Chef der Kärntner Hypo wirft das Handtuch:
Berlin kündigt nach Differenzen mit Zentrale

Boss der Hypo Group Alpe Adria geht mit Ende April

Chef der Kärntner Hypo wirft das Handtuch:
Berlin kündigt nach Differenzen mit Zentrale © Bild: APA/Eggenberger

Der Chef der Kärntner Hypo Group Alpe Adria, Tilo Berlin, hat das Handtuch geworfen. Bei einem Gespräch mit BayernLB-Vorstandschef Michael Kemmer wurde vereinbart, dass Berlin nach der Hauptversammlung Ende April aus der Bank ausscheidet. Grund dürften "unüberbrückbare Differenzen" über das Geschäftsmodell für die Kärntner Tochter der BayernLB sein.

Berlin scheidet mit Ende April nach zwei Jahren aus der Hypo aus, zuletzt hatte er sich vehement gegen die Restrukturierungspläne aus München gewehrt. Dem Vernehmen nach droht den Kärntnern nun ein Ausverkauf bei den Tochtergesellschaften in Südosteuropa.

Michael Kemmer, Vorstandsvorsitzender der BayernLB und Aufsichtsratsvorsitzender der Hypo Group Alpe Adria, dankte Berlin für seine Arbeit für die Bank, dieser habe wesentlich dazu beigetragen, dass die Bank "auf stabiler Grundlage in eine Zukunft blicken kann". Man respektiere Berlins Wunsch nach Rückkehr in sein Unternehmen.

"Projekt Herkules"
In den vergangenen Monaten war in München unter dem Codenamen "Projekt Herkules" eine neue Strategie für die Zukunft erarbeitet worden. Zu den Plänen der Bayern, die selbst in schweren finanziellen Nöten sind, gehörte stets eine Schrumpfung der Auslandsaktivitäten der Hypo samt kräftiger Personalreduktion.

Das deutsche "Handelsblatt" berichtet, dass die Bayern auch einen Verkauf der Hypo Group in Betracht gezogen hätten, was letztendlich zum Rückzug Berlins geführt habe. Käufer würde die BayernLB momentan für die Hypo, die das Jahr 2008 mit einem Verlust von knapp 500 Mio. Euro abgeschlossen haben dürfte, wohl nicht finden.
(apa/red)

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