Sein Abgang bei Anger Management genau zu letzterem zu werden.
Die Rolle des Ex-Baseball-Profis Charlie, der sein ernsthaftes Problem mit Aggression zu einem weiteren Karriereaufschwung nutzen kann, in dem er selbst zum Aggressions-Therapeuten wird, scheint Skandal-Schauspieler Charlie Sheen auf den Leib geschneidert zu sein. Macht der coole Onkel einst vor allem durch Alkohol-Eskapaden auf sich aufmerksam und flog dann noch in hohem Bogen aus seiner eigenen Serie Two and a half Men, so nimmt die Karriere des bösen Hollywood-Buben nun eine Wendung, an die wohl niemand mehr geglaubt hätte.
Vorschusslorbeeren
Anger Management
scheint sich als das ideale Auffanglager für den Skandal-Star zu erweisen. Charlie spielt sich quasi selbst und das hervorragend, wie die ersten US-Kritiken zur Serie anklingen lassen. So wurde Anger Management bis jetzt nur in den höchsten Tönen gelobt, wie zum Beispiel im Hollywood Reporter, der behauptet, Sheen würde seinen
Two and a half Men-Nachfolger Ashton Kutcher
an die Wand spielen. Und laut New York Post solle man den Auftakt am Donnerstag (28. Mai) ja nicht verpassen. Also lauter Vorschusslorbeeren für Charlie, der sich langsam vom meistgehassten Mann zu Everybodys Darling entwickelt.
Der Rubel rollt
Auch geschäftlich deutet alles auf einen großen Erfolg von Anger Management hin: Die Werbezeiten für die Serie gehen bereits jetzt wie warme Semmeln. Die Zeiten für die ersten vier Episoden sind bereits ausverkauft. Außerdem sollen bei Erfolg der bis jetzt gedrehten, ersten zehn Folgen, gleich 100 weiter produziert werden. Man scheint also großes Vertrauen in Charlies neues Projekt zu haben.
Doch kein TV-Aus?
Und dies könnte auch das Karriereende des 46-Jährigen entgegen dessen eigenen Wünschen etwas hinauszögern. Denn Charlie dachte kürzlich erst über einen möglichen Ausstieg aus der Film und Fernsehbranche nach. Wenn ich hiermit fertig bin, gehe ich nur noch zu Fußballspielen und in Vergnügungsparks, gestand der Schauspieler der New York Times. Er sei es inzwischen leid, anderer Leute Klamotten zu tragen und anderer Leute Sätze zu sprechen, so Sheen. Vielmehr wolle er sich künftig der Realität widmen.
Sollte jedoch die bewusste und vorab von der Presse gefeierte Überschneidung von Fiktion und Realität in Anger Management auch für die Massen funktionieren, ist wohl anzunehmen, dass Charlie seinen Fans noch länger erhalten bleibt.
