Brite wanderte nackt durch das Königreich:
Gough frierend aber wohlgelaunt am Ziel

Nacktmarsch im Zeichen einer Menschenrechtsdemo Wieder etliche Wochen Unterbrechung wegen Arrest

Brite wanderte nackt durch das Königreich:
Gough frierend aber wohlgelaunt am Ziel

Zum zweiten Mal hat ein Brite es trotz mehrfacher Festnahmen geschafft, nackt von Süd nach Nord durch das Königreich zu wandern. Der 46-jährige ehemalige Marinesoldat Stephen Gough wurde auf der letzten Wegstrecke von seiner ebenfalls nackten Partnerin, der Friseurin Melanie Roberts (34) begleitet. Frierend, aber frohgestimmt kamen sie am Montag in der Ortschaft John O'Groats an der Nordostspitze Schottlands an.

Den Abschluss des Nudisten-Marathons, den Gough wie schon 2004 für etliche Wochen in verschiedenen Arrestzellen unterbrechen musste, feierten die beiden mit heißem Kaffee und warmer Kleidung. "Es ist verdammt kalt, aber die Leute sind sehr nett und haben uns gleich Decken und Whisky angeboten", sagte Gough zu Reportern. Die letzten 30 ihrer insgesamt rund 1.400 Kilometer langen Wanderstrecke hatten er und seine Freundin bei fünf Grad Celsius absolviert.

Schon 2004 war Gough nur in Stiefeln, Rucksack, Socken und Hut eine ähnliche Strecke durch Großbritannien gewandert. Er brauchte sieben Monate, von denen fünf für die Haftzeiten draufgingen. Auch seinen jüngsten Gewaltmarsch, der im September begann, wollte er als Menschenrechtsdemonstration verstanden wissen. Zugleich habe er "den menschlichen Körper feiern" und die Öffentlichkeit davon abbringen wollen, "paranoid" auf Nacktheit zu reagieren.

Die Polizei erklärte, sie sei zu den Festnahmen verpflichtet gewesen, weil jeweils Beschwerden aus der Bevölkerung vorgelegen hätten. Auf der letzten Etappe habe sich allerdings niemand mehr über die nackten Wanderer erregt. (APA/red)