Brisante Fotos im US-Korruptionsskandal: Zeigen Bush mit US-Lobbyisten Abramoff

"Time" veröffentlicht erstmals Fotos mit den beiden US-Präsident bestreitet, den Lobbyisten zu kennen

Brisante Fotos im US-Korruptionsskandal: Zeigen Bush mit US-Lobbyisten Abramoff

Das US-Nachrichtenmagazin "Time" hat erstmals Fotos veröffentlicht, auf denen Präsident Bush und der in einen Korruptionsskandal verwickelte Lobbyist Jack Abramoff zu sehen sind. Wie das Magazin am Samstag (Ortszeit) in seiner Online-Ausgabe schreibt, handelt es sich um das erste gemeinsame Foto Bushs und Abramoffs während eines Treffens im Mai 2001 in einem Bürogebäude nahe dem Weißen Haus.

Laut "Time" steht Abramoff im Hintergrund, während Bush einen Kunden des einstmals einflussreichen Lobbyisten begrüßt. Der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan, bestätigte zwar dem Magazin Abramoffs Identität auf den Aufnahmen, blieb aber bei der Feststellung, Bush könne sich an kein Treffen mit ihm erinnern.

Abramoff hatte sich Anfang Jänner der Steuerhinterziehung, des Betrugs und der Bestechung schuldig bekannt und sich zur Aussage gegen zahlreiche Abgeordnete bereit erklärt. Abramoffs Bereitschaft zur Kooperation mit der Staatsanwaltschaft hat in Washington erhebliche Beunruhigung vor allem unter den Republikanern ausgelöst, da der einstige Star-Lobbyist enge Kontakte zur Partei des Präsidenten pflegte. "Time" hatte bereits im Jänner über die Existenz der Fotos berichtet. Nach Angaben eines Sprechers hatte das Magazin aber erst jetzt die Mölichkeit, sie auch zu veröffentlichen.

Wie schon im Jänner wies eine Sprecherin des Weißen Hauses jegliche Verdächtigungen gegen Bush im Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal zurück. Bush lasse sich pro Jahr mit zehntausenden von Menschen ablichten; dies bedeute jedoch nicht, dass er zu allen persönliche Beziehungen unterhalte. In dem fraglichen Fall sei der Präsident bei einem Treffen von Abgeordneten "auf einen Sprung" vorbeigekommen, um ihnen für ihre Unterstützung für Steuererleichterungen zu danken. "Jetzt wissen wir, dass auch Abramoff dabei war".
(apa/red)