Brisante Fotos im US-Korruptionsskandal: Zeigen Bush mit US-Lobbyisten Abramoff

Hatte auch seinen Wahlkampf großzügig unterstützt Laut Sprecher von Bush kannte er ihn gar nicht

Im Skandal um den wegen Korruption angeklagten US-Lobbyisten Jack Abramoff drohen Fotos laut einem Pressebericht Präsident George W. Bush zu kompromittieren. Reporter des "Time"-Magazins sahen laut einem Bericht vom Sonntag allein fünf Fotos, die Abramoff und Bush zusammen zeigen. Abramoff hatte sich Anfang des Monats wegen Steuerhinterziehung, Betrugs und Bestechung schuldig bekannt und sich zur Aussage gegen zahlreiche Abgeordnete bereit erklärt. Ein Sprecher des Weißen Hauses hatte erklärt, Bush kenne Abramoff nicht und könne sich nicht erinnern, ihn jemals getroffen zu haben.

"Time" druckte die Fotos nicht ab. Dem Magazin zufolge sind Bush und Abramoff jedoch auf einem der Bilder gemeinsam mit einem Führer des Kickapoo-Indianerstammes zu sehen. Dies ist brisant, weil Abramoffs Lobby-Aktivitäten für Kasino-Betreiberrechte von Indianern im Mittelpunkt des Korruptionsskandals stehen. Die übrigen Fotos zeigten Bush und Abramoff bei Empfängen im Weißen Haus, bei denen der Präsident meist nicht einmal wisse, wen er vor sich habe, berichtete das Magazin.

Berichten zufolge hat die Staatsanwaltschaft in dem Korruptionsfall bis zu 20 Kongressmitglieder im Visier. Nach Angaben des unabhängigen Forschungszentrums Center for Responsive Politics profitierten seit 1999 etwa 300 Abgeordnete von Abramoffs finanziellen Zuwendungen. Abramoff hatte unter anderem die Wahlkämpfe von US-Präsident George W. Bush großzügig mitfinanziert. Auch zum früheren Chef der Republikaner im US-Repräsentantenhaus und einst engen Bush-Vertrauten, Tom DeLay, unterhielt er gute Kontakte. DeLay war im September wegen Korruptionsvorwürfen zurückgetreten. (apa/red)