Bombenanschlag der ETA auf Hotel in Spanien: Keine Verletzten, geringer Schaden

Warnung durch anonymen Anrufer vor Detonation

Bei einem Bombenanschlag der baskischen Untergrundorganisation ETA auf ein Hotel in der Nähe von Saragossa (Zaragoza) in Nordspanien ist am Donnerstag leichter Sachschaden entstanden. Verletzt wurde niemand, wie die Polizei mitteilte. Zwei Bomben mit geringer Sprengkraft seien vor dem zu dieser Jahreszeit geschlossenen Hotel in der Ortschaft Sos del Rey Catolico gezündet worden. Das Drei-Sterne-Haus gehört der staatlichen Paradores-Kette. Kurz vor den Explosionen hatte ein anonymer Anrufer im Namen der ETA vor dem Anschlag gewarnt.

Zuletzt hatte die ETA vor zwei Wochen eine Autobombe vor einer zu der Zeit geschlossenen Discothek nahe Pamplona in Nordspanien explodieren lassen. Auch damals wurde niemand verletzt. Das Gebäude wurde aber so stark beschädigt, dass es abgerissen werden muss.

Die ETA hat seit zweieinhalb Jahren keine Morde mehr begangen. Allein in den vergangenen zwei Monaten verübte sie aber fast 25 Bombenanschläge auf Unternehmen oder öffentliche Gebäude. Damit will die Organisation zum einen Schutzgelder erpressen, zum anderen will sie nach Ansicht von Antiterrorexperten ihre Position vor möglichen Friedensverhandlungen mit der Regierung stärken.

In der südfranzösischen Stadt Bayonne wurde unterdessen ein mutmaßlicher ETA-Terrorist gefasst. Der 45-Jährige soll in mehrere Anschläge in den 90er Jahren verwickelt gewesen sein, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Er war seit 1992 zur Fahndung ausgeschrieben.
(apa)