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Böller-Prozess in Graz: Offenbar Anschlag auf Angeklagten misslungen

Benzinkanister mit abgebrannter Zündschnur bei Auto von mutmaßlichem Auftraggeber der Sprengsatz-Produktion

Gegen den Hauptangeklagten im Grazer Böller-Prozess, den Chef einer Pyrotechnik-Firma, ist offenbar ein Anschlag misslungen. Nach seinen Angaben hat er am Mittwoch einen Fünf-Liter-Benzinkanister zwischen seinem Auto und dem seiner Frau, beide abgestellt vor dem Haus des Mannes, entdeckt. Daraus ragte eine abgebrannte grüne Zündschnur, die frühzeitig erloschen sein durfte.

Der Prozess hatte heute verspätet begonnen. "Es gab einen Zwischenfall", hieß es zunächst. Die Sicherheitsvorkehrungen am Eingang zum Gericht waren dann sehr streng. Als das Verfahren schließlich begann, klärte die Richterin über den Grund der Verspätung auf.

Der Hauptangeklagte soll die - illegale - Produktion von Sprengmitteln in Privathäusern aufgezogen und beauftragt haben. Zwei mit ihm befreundete Brüder waren im November 2014 in Kapfenstein mit der Herstellung beschäftigt. Am 17. November explodierten 25 Kilogramm Böller, der jüngere Bruder sowie der Vater, der sich in der Nähe befand, waren sofort tot.

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