Blair macht Druck auf Ruhestörer und soziale Problemfälle: Geldstrafen geplant!

Sogar Schulschwänzer sollen hart bestraft werden Kompetenzen von Polizei & Sozialbehörden erweitert

Mit Geldstrafen und behördlichem Druck will die britische Regierung gegen Schulschwänzen, Ruhestörung und andere sozial problematische Verhaltensweisen vorgehen. Premierminister Tony Blair stellte einen "Aktionsplan für Respekt" vor, der neben Benimm-Unterricht an den Schulen auch vermehrte Hausbesuche von Sozialarbeitern sowie die Erleichterung von Kündigungen von sozial schwierigen Mietern vorsieht.

Blair betonte bei einem Treffen mit Sozialarbeitern in seinem Amtssitz Downing Street 10, die meisten Menschen verhielten sich "anständig und respektvoll". Sein Programm betreffe nur eine Minderheit. "Wir müssen die Vorstellung hinter uns lassen, dass die so genannten Bürgerrechte dieser Minderheit Vorrang vor den Bürgerrechten der großen Mehrheit anständiger Menschen haben", sagte Blair.

Für "schwerwiegendes anti-soziales Verhalten" sollen nach Informationen der Nachrichtenagentur PA künftig Bußgelder in Höhe von 80 bis 100 Pfund (120 bis 145 Euro) erhoben werden. Erwogen werden demnach auch Sanktionen für Familien, die Hilfsangebote der sozialen Dienste ablehnen, wie etwa eine Kürzung des Wohngeldes. Die Polizei solle außerdem das Recht erhalten, Wohnräume oder öffentliche Einrichtungen zu schließen, von denen "bedeutsame und anhaltende Störungen" ausgehen, berichtete PA.

Blair erklärte, es gehe in erster Linie darum, Eltern zu helfen, "deren Kinder sich auf der Straße herumtreiben und in den Klassenräumen stören". Geplant sei die Schaffung von 50 Hilfsprojekten, laut PA sollen darunter auch Wohnheime für Problemfamilien sein. Vorgesehen ist außerdem die Schaffung einer Nationalen Akademie für Kindererziehung, an der Sozialarbeiter und Psychologen für den Umgang mit entsprechenden Fällen geschult werden sollen. (apa)