Berlinale 2012 von

Sprachtalent Minichmayr

Für den Film "Gade" hat sie sogar Finnisch gelernt - und damit die Chance auf eine Trophäe

Berlinale 2012 - Sprachtalent Minichmayr © Bild: TV-MEDIA

Mittdreißigerin in „Alle anderen“ einen Silbernen Bären. Jetzt ist Birgit Minichmayr wieder an die Spree gereist, um bei der 62. Berlinale ihren neuen Film „Gnade“ vorzustellen. In dem Drama spielt die 34-Jährige die Ehefrau eines Ingenieurs (Jürgen Vogel), der mit seiner Familie ins norwegische Hammerfest zieht. Als die Frau bei einem Verkehrsunfall ein Mädchen tötet, beginnt sich das Leben aller zu verändern...

Dass die Linzerin nicht nur auf Bühne und Leinwand großes Talent besitzt, bewies sie bei den Vorbereitungen zu „Gnade“. Minichmayr: „Ich wollte, dass meine Figur authentisch ist. Dafür habe ich in sieben Wochen Finnisch gelernt.“ Das freilich perfekt, wie Jürgen Vogel berichtet: „Eines Tages hatten wir mit dem Bus eine Panne. Da ist Birgit zum Fahrer gegangen und hat sich mit ihm unterhalten. Zuerst habe ich mir gedacht: Was für eine tolle Schauspielerin – die tut so, als ob sie Finnisch könne. Doch als der Mann dann mit ihr geredet hat, habe ich gewusst: Das ist echt!“

Doch nicht nur Minichmayr wird bei der Berlinale für ihre reduzierte Darstellung einer gebrochenen Frau bereits als Bären-Anwärterin gehandelt. Auch ihr ehemaliger „Alle anderen“-Partner hat Chancen auf eine der begehrten Trophäen. Lars Eidinger, einer der besten Theaterschauspieler (Berliner Schaubühne) Deutschlands, beweist im Wettbewerbsfilm „Was bleibt“ als Sohn auf der Suche nach der Liebe seiner Mutter ebenso großes Leinwandtalent wie seine österreichische Kollegin. Dabei hat der 36-Jährige keinerlei Berührungsängste zu TV-Rollen. „Ein ,Tatort’ kann auch gut sein. Außerdem sind die Bücher für TV-Serien heutzutage oft besser als für Kinofilme“, so der Berliner im Interview mit TV-MEDIA.

Bleibt noch die Frage, warum er auf Facebook nahezu mehr als 400 Aufnahmen von Totenschädeln hat. „Ich habe irgendwann begonnen mich dafür zu interessieren wie die Kunst mit diesem Thema umgeht. Und die Leute wissen das, und schicken mir andauernd neue Fotos.“ Belustigter Nachsatz: „Vielleicht sollte ich langsam damit aufhören. Denn immer nur mit Totenschädeln assoziiert zu werden, ist auch nicht so toll...“

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