Eigentlich hatte Meryl Streep nach eigenem Bekunden ja auf Blumen ihres Ehemanns gehofft, zumal das Paar just am Valentinstag nach Berlin gereist war. Doch jenes Präsent, das Berlinalechef Dieter Kosslick der Leinwandlegende Mittwoch Abend bei einer Gala überreichte, machte den (gespielten) Frust von Mrs. Streep schnell wieder vergessen. Die 63-Jährige wurde bei den Filmfestspielen Berlin nämlich mit dem Ehrenbären für ihr Lebenswerk geehrt.
Streep ist allerdings nicht nur an die Spree gereist, um ein Bärchen abzuholen. Die Schauspielerin stellt anlässlich der 63. Filmfestspiele auch ihren neuen Film The Iron Lady vor. In dem Drama von Mamma Mia Regisseurin Phyllida Lyod spielt sie die ehemalige britische Premierministerin Margret Thatcher, die an Demenz leidet und sich in Flashbacks an ihr bewegtes Leben erinnert. Ich habe durch den Film mein Bild von dieser Frau revidiert. Nämlich, dass sie eine Freundin von Ronald Reagan ist, seltsame Kleider trägt und eine ebensolche Frisur hat, so Streep bei der Pressekonferenz. Bei eben jener wurde die Diva von den zu Groupies mutierten Journalisten mit Geschenken überhäuft: von einem Strauß weißer Rosen bis hin zu einer russischen Matroschka-Puppe mit ihrem Konterfei was prompt zu einem Lachanfall der sympathischen Schauspielerin führte.
Leider kann The Iron Lady nur mit Streeps Leistung (für die sie eine Oscar-Nominierung erhielt) überzeugen. Denn die umstrittene Position der konservativen Eisernen Lady wurde zugunsten einer allzu rührseligen Story nahezu vollkommen ausgeklammert wofür der Film bei seiner Berlinale Pressevorführung auch prompt Buhrufe erhielt.
Meryl Streep jedenfalls dürfte sich an solcher Kritik wenig stören. Ihr Trost: ein Goldener Bär und der ist im Gegensatz zu Filmkritiken gänzlich unvergänglich.
