Beisetzung von Rugova: Kosovo-Präsident wird neben den "Märtyrergräbern" bestattet

Zahlreiche Staats- und Regierungschefs erwartet Serben-Präsident Tadic ist jedoch nicht erwünscht

Der an einem Krebsleiden verstorbene Kosovo-Präsident Ibrahim Rugova wird neben den "Märtyrergräbern" im Ort Velanija vor den Toren der Hauptstadt Pristina beigesetzt. An der Bestattung des 61-Jährigen werden zahlreiche Staats- und Regierungschefs erwartet. Zurückgewiesen haben die Behörden in Pristina indes den Wunsch des serbischen Präsidenten Boris Tadic, an der Bestattung teilzunehmen.

In Pristina nahmen auch am Dienstag den zweiten Tag in Folge tausende Kosovo-Albaner von der am Samstag verstorbenen Führungsfigur Abschied. Bei Temperaturen unter 15 Grad minus reihten sie sich in einer langen Warteschlange vor dem Sarg Rugovas ein. Darunter waren auch ehemalige politische Gegner von Rugova wie der Rebellenführer Hashim Thaci.

Zahlreiche ausländische Staatsgäste haben sich für die Bestattung angekündigt, unter anderem auch Außenministerin Plassnik, die die österreichische EU-Ratspräsidentschaft vertritt. Zurückgewiesen wurde der Wunsch der Teilnahme des serbischen Präsidenten Tadic. Tadic hatte am Montagabend gesagt, er halte es für angemessen, wenn er an der Trauerfeier teilnehme, und bat die UNO-Übergangsverwaltung in der Provinz um eine entsprechende Erlaubnis. "Es wäre einfach anständig, dass der Präsident Serbiens ins Kosovo fährt, das integraler Bestandteil dieses Landes ist, und dem Führer des albanischen Volkes die gebührende Ehrerbietung erweist", sagte Tadic.

Diese Äußerung rief in Pristina große Verärgerung hervor. "Tadic ist zu dem Begräbnis nicht willkommen, vor allem nicht nach seinen jüngsten Äußerungen" sagte ein ranghoher Regierungsvertreter. Ein UNMIK-Sprecher sagte, die Planung der Zeremonie obliege einem Ausschuss der Kosovo-Regierung und man werde dessen Entscheidung respektieren. (apa)