Heftige Kritik an BEGAS-Methoden nach NEWS-Enthüllung: Nachdem das Nachrichtenmagazin BEGAS veröffentlich hat, meldet sich nun auch der burgenländische Landeshauptmann in dieser Affäre zu Wort und übt heftige Kritik.
Diese Gagen sind eine Sauerei", meinte Niessl in Mattersburg und forderte die Rückzahlung der hohen Vorstandsgehälter beim burgenländischen Gasversorger. Das Nachrichtenmagazin NEWS berichtet, dass Ex-Vorstände bis zu 480.000 Euro pro Jahr kassiert haben.
"Seit zwölf Jahren, seit ich Landeshauptmann bin, gibt es null Toleranz gegen Mitarbeiter, die gegen die Gesetze verstoßen", so Niessl. Er forderte, dass das Geld, sofern dies rechtlich möglich sei, zurückgezahlt werde und hielt fest, dass die BEGAS erst seit wenigen Tagen zum Land gehöre und man vorher keinen Zugriff gehabt habe. "Wären wir zuständig gewesen, hätten wir das schon lange repariert", so Niessl. Auch Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl von der ÖVP forderte Konsequenzen. Steindl forderte "völlige Transparenz und völlige Aufklärung". Man müsse aber "seriöserweise" den Endbericht (des Wirtschaftsprüfers, Anm.) abwarten.
NEWS deckt auf
NEWS hatte am Mittwoch erste Details aus dem Wirtschaftsbericht des einstigen burgenländischen Gasversorgers BEGAS veröffentlicht. Demnach sollen die Ex-Vorstände Rudolf Simandl und Reinhard Schweifer 480.000 bzw. 320.000 Jahresbruttogehalt erhalten haben. Ein Vergleich mit Daten des Rechnungshofes zeigt, dass diese Bezüge etwa doppelt so hoch sind wie bei Managern von vergleichbaren staatsnahen Energieversorgern. Zudem wurden von BEGAS laut dem "News"-Bericht auch moralisch fragwürdige Spekulationsgeschäfte in den USA durchgeführt, bei denen Lebensversicherungen von todkranken Amerikanern gekauft wurden.
Von der burgenländischen Opposition kam am Donnerstag erneut Kritik an den Vorgängen bei der BEGAS. Der Obmann der Liste Burgenland, Wolfgang Rauter, forderte die Offenlegung von Schweifers Gehalt als BEWAG-Vorstand. Schweifer war von 1. Jänner 2011 bis 26. April 2012 Vorstand bei der BEWAG, davor bei der BEGAS und hätte laut Rauter nur unter der Voraussetzung gewechselt, "dass er dort wesentlich mehr als bei der BEGAS verdient". Rücktrittsforderungen kamen auch von den Freiheitlichen. Klubobmann Johann Tschürtz verlangte in einer Aussendung den Rücktritt "aller BEGAS-Aufsichtsräte aus öffentlichen Funktionen."
Vorstand versteht Vorwürfe nicht
Bezugnehmend auf die aktuelle mediale Berichterstattung weist der ehemalige Vorstand Reinhard Schweifer in einer Aussendung heute darauf hin, dass ihm der Bericht der Wirtschaftsprüfer nicht bekannt ist. "Deshalb ist es mir nicht möglich, im Einzelnen auf die angeblichen Vorwürfe mir gegenüber einzugehen", so Schweifer, Bezüglich der medialen Diskussion über die Vorstandsgehälter hält Schweifer fest, dass die Vorstandsvergütungen in der Energiewirtschaft branchenüblich seien.
Seine Entlassung hält Schweifer für ungerechtfertigt und kündigt Klage dagegen an. "Ich bin selbstverständlich an einer raschen und restlosen Aufklärung des Sachverhaltes und aller allfälligen gegen mich persönlich erhobenen Vorwürfe äußerst interessiert. Ich sehe der juristischen Auseinandersetzung vor Gericht mit Zuversicht entgegen."
Kommentare
Nun,... ...Österreich kann der Zukunft in der Krise gelassen entgegensehen, denn wir werden ein weiteres wirtschaftliches Standbein haben. Bald, bald ist\'s soweit und wir können anfangen Bananen zu exportieren.
Re: Nun,... aus dem Bananenexport wird wohl nichts angesichts dessen, dass egal wo in diesem Land etwas aufgedeckt wird, man permanent mit Abzockern konfrontiert wird die auf Kosten des Konsumenten, Verbrauchers oder Steuerzahlers ohne Skrupel Geld einstreifen das ihnen nicht zusteht. Vielmehr stellt sich die Frage ob dieses Land nicht von einer Mafiastruktur durchzogen ist die solche Verträge erst ermöglicht? Oder ist Naivität eine burgenländische Kultur ?
Ohne Kontrolle kassieren die Gasbonzen ,der kleine Arbeiter wird von den roten Arbeiternehmervertreter ausgenützt ! Wenn die Sau vor dem vollen Trog steht ,frisst sie alles aus !
Frechheit Hr Landeshauptmann sollte ganz ruhig sein da werden in so mancher Gemeinde Millionen an Steuergeldern verbrannt und er spielt sich als Gerechtigkeitsapostel auf das ich nicht lache.
Re: Frechheit und woher nehmen sie die Quellen?
Wer hat die Gage genehmigt? Nachem sich Vorstände ja nicht selbst ihre Gage festlegen und genehmigen können, ist die Frage an den Aufsichtsrat zu richten. Wer, wann, warum, etc.? Es ist davon auszugehen, dass man in der Begas noch mehr an Misswirtschaft finden wird, auch im Bereich des AR.
Wenn das die Wahrheit ist ... ... dass derartig überzogene Gehälter in der Energiewirtschaft branchenüblich sind dann wundert es nicht dass Strom, Gas, etc. immer teurer werden und die Endverbraucher dafür zahlen müssen.
Hoch leben die Vorstände der Energiewirtschaft !!!!!!!!!!
branchenüblich "dass die Vorstandsvergütungen in der Energiewirtschaft branchenüblich seien" - und genau DA haben wir das Problem. völlig irreal, aber eine gute Ausrede. was glaubt der eigentlich? dass man dann sagt "aso, na dann, ists ja eh ok" sauerei!