Der Verschlag von IHS-Chef Bernhard Felderer zu einer Nulllohnrunde im Öffentlichen Dienst hat für Diskussionen bzw. heftige Gegenwehr gesorgt. Der oberste Beamtengewerkschafter Fritz Neugebauer (V) stellte klar: "Das kommt nicht infrage." WK-Präsident Christoph Leitl möchte sich zwar nicht in die laufenden Gehaltsverhandlungen der Beamten einmischen, allerdings sollte man Felderers Aussagen doch "Gewicht beimessen".
Bernhard Felderer, Vorsitzender des Staatsschuldenausschusses, hatte in einer Diskussionsrunde im Ö1-Radio ein Aussetzen der Lohnrunde bei den Beamten angedacht. Felderer verwies auf die kritische Situation in anderen Ländern, Österreich müsse daher frühzeitig gegensteuern. Was den öffentlichen Dienst betrifft, sollte es deshalb "eine sehr geringe Lohnsteigerung oder Null" geben. Der IHS-Chef verwies auch auf Strukturvorrückungen bei den Beamten: "Das muss man noch einmal draufrechnen."
Neugebauer empört
Neugebauer reagierte auf diese Aussagen empört: "Das kommt sicher nicht infrage. Die öffentlich Bediensteten sind nicht schuld am Schuldendesaster. Sie werden die Suppe auch nicht alleine auslöffeln." Felderers Vorschlag sei "eindimensional", schließlich spielen bei der Lohnfindung mehrere Komponenten eine Rolle. Über den Vergleich mit Beamten anderer Länder zeigte sich der GÖD-Chef verärgert. "Wir sparen in vielen Bereichen, das ist offenbar seiner Aufmerksamkeit entgangen." Zwar dürfe sich in einer Demokratie natürlich jeder äußern, bei Felderers Vorschlag handle es sich jedoch um eine "Verknappung, die nicht akzeptiert werden kann." Neugebauer geht davon aus, dass das Ergebnis der Verhandlungen nicht unter der Inflationsgrenze zum liegen kommt: "Da gehe ich nicht davon aus. Das würde auch nicht verstanden werden."
Leitl mischt sich "aus Prinzip" nicht ein
Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl will sich "aus Prinzip" nicht in laufende Gehaltsverhandlungen einmischen. Allerdings erklärte er am Donnerstag gegenüber Journalisten: "Ich bin aber der Ansicht, dass man der Meinung des Präsidenten des Staatsschuldenausschusses ein hohes Gewicht beimessen sollte."
Werner Herbert, Bundesvorsitzender der AUF und freiheitlicher Bereichssprecher für den Öffentlichen Dienst, hält eine Nulllohnrunde für "unsozial" und "inakzeptabel": "Es ist nicht einzusehen, warum die Bediensteten im Öffentlichen Dienst einen Reallohnverlust hinnehmen müssen, nur weil SPÖ und ÖVP den Staat in den vergangenen Jahren nieder gewirtschaftet haben." Ähnlich sieht es auch die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten. "An den Haaren herbeigezogene Vergleiche mit der Situation in Griechenland oder Spanien werden eine faire Anpassung der Löhne und Gehälter nicht verhindern", erklärte der GdG-KMSfB-Vorsitzende Christian Meidlinger. Derartige Zwischenrufe seien "entbehrlich".
Noch kein neuer Termin
Ein neuer Termin für die Beamten-Gehaltsverhandlungen ist noch nicht bekannt. Nach den beiden bisher erfolglosen Runden sollen nun während der Plenarsitzungen des Nationalrates informelle Gespräche zwischen Neugebauer und Beamtenminister Gabriele Heinisch-Hosek (S) stattfinden.
Kommentare
Beamten sparten schon voriges Jahr und bekamen da schon nur 1% Erhöhung und da Beamte zwar teilweise (schon lange nicht mehr alle) pragmatisiert sind; bekommen sie in den ersten 20 Jahren weit weniger Verdienst als in der Privatwirtschaft! Die 1% vom vorigen Jahr waren dann im Monat durchschnittlich 8 netto! Spart ja ungemein! Natürlich gibt es eine große Anzahl von Beamten in der obersten Etage die man einsparen könnte, da sie keine produktive Arbeit außer deligieren erledigen! Und dafür sehr viel verdienen! Daher würde eine Erhöhung vielleicht Sinn machen nur unter einem gewissen Durchschnitt! Was allerdings nicht sein kann, da Beamte auch Steuern zahlen (im Gegensatz zu dem Blödsinn der hier schon gepostet wurde) dann alle mehr bekommen und die Beamten auf Grund der so späten Verhandlungen immer draufzahlen! Ohne Beamte würde viel stehen in Österreich!
gerechte Entlohnung Ist dann gegeben, wenn nicht immer alle gleich viel Erhöhung bekommen. Was kümmert es jemanden, der bereit heute ein Gehalt von 4000,-- oder mehr netto hat und eine Erhöhung von 3-4% bekommt. In Wirklichkeit ist derjenige um nicht reicher oder ärmer als vorher und derjenige wird auch die Erhöhung nicht unmittelbar in den Konsum stecken. Die kleinen Gehälter sollten meiner Meinung nach um 10% angehoben werden mit einer Verkürzung bis auf 0-1% für die Besserverdiener. Damit würde dem Land und den Menschen mehr geholfen. Aber wie wir alle wissen, geht es doch nur darum, dass die Gier der machthabenden befriedigt wird.
Beamte arbeiten bei einem Unternehmen mit 74% Verschuldung vom Jahresumsatz Abgesehen davon, dass es diese Zahl in der Privatwirtschaft nicht geben kann würde jeder Beschäftigte in der Privatwirtschaft gerne auf eine Gehaltserhöhung verzichten wenn damit sein Arbeitsplatz, den es eigentlich gar nicht mehr geben dürfte, erhalten werden kann. Übrigens hat es schon bei mehreren Privatunternehmen Einkommensverzichte (nicht Verzichte auf Erhöhungen!) gegeben nur um Arbeitsplätze zu erhalten. Derartiges wäre für einen Beamten natürlich undenkbar. Aber das sind dann halt die Unterschiede in unserer Zweiklassengesellschaft.
Re: Beamte arbeiten bei einem Unternehmen mit 74% Verschuldung vom Jahresumsatz es sollte nur nicht vergessen werden, dass es sich auch bei den Beamten um Väter, Mütter einfach nur Menschen handelt die ihren Job machen. Die müssen auch Ihre Fixkosten bestreiten und die sind genauso wie für alle anderen auch gestiegen. Es gibt Behörden da arbeiten Beamte die dem Vater Staat einige Millionen gebracht haben. z.B. Die Bundeswettbewerbsbehörde hat in den Jahren immer wieder Fette Strafen ausgestellt. Manche Beamte sind auch dafür zuständig das Wirtschaftsabkommen mit Österreich zustande kommen die dann von den Wirtschaftsbetrieben umgesetzt werden und denn Arbeitern die Arbeit bescheren. z.B. den Metallern. Für die ist eine Lohnerhöhung ganz normal, aber für den Beamten, der das ganze im Vorfeld erst ermöglicht hat, da haben wir nichts übrig.
Re: Beamte arbeiten bei einem Unternehmen mit 74% Verschuldung vom Jahresumsatz Und die Verschuldung des Unternehmens Österreich resultiert daraus, dass in die Infrastruktur des Landes investiert wird und da haben wieder die Unternehmen Arbeit für ihre Angestellten. Es mag das eine oder andere in unserem Land verbesserungswürdig sein und es gibt mit Sicherheit genügend mißbrauch der abgestellt gehört, aber laßt doch nicht alles auf den Beamten aus. Als nächstes hacken wir vielleicht auf den Pensionisten herum oder suchen uns sonst irgendein Opfer. Hauptsache wir können gegen etwas sein und selbst nicht wissen wie es besser geht.
Ab sofort wird gespart, koste es was es wolle Es gibt so etwas wie Solidarität in diesem Land. Wenn schon gespart werden muss, dann müssen alle ihren Beitrag leisten. Auch die Beamten. Und die Herren Regierungsmitglieder sollten mit guten Beispiel vorangehen (so wie in GB) und freiwillig auf einen Teil ihrer Luxus Gagen verzichten. Dieser Schritt hätte zur Folge das diese Regierung vielleicht wieder etwas ernster genommen wird. Es ist halt so weit gekommen, weil man ja laufend drigend notwendige Maßnahmen wie die Verwaltungsreform nicht gemacht hat. An dieser harten Nuss könnte die Kuschelregierung zerbrechen. Aus meiner Sicht wäre es überhaupt nicht schade um diesen verstritttenen Haufen. Es kommt halt HC Strache. Ob er es besser kann ? Keine Ahnung
wenn dann für alle Wenn österreichweit gilt, dass der Arbeitgeber entscheidet, ob er sich eine Gehaltserhöhung leisten kann oder eine Nulllohnrunde finanziell günstiger für ihn ist und wenn der Arbeitgeber allein entscheidet, ob die Arbeitnehmer produktivier gearbeitet haben, dann könnte ich die Forderungen der Neidgesellschaft und von Prof. Felderer nachvollziehen. Allein nur eine Berufsgruppe zu benachteiligen, scheint mir äußerst ungerecht. Der Gesetzgeber gibt vor, dass wir so viele Beamte brauchen, weil die Politik immer mehr und immer kompliziertere Gesetze beschließt. ES WIRD DADURCH NICHTS GERECHTER ODER BESSER.
Re: wenn dann für alle Komisch real gesehen gibt es mehr Beamte die einen höheren (Bruttolohn) beziehen als so manch schwerarbeitente Spitzenfacharbeiter, Dessen Gehaltserhöhung meist nicht weitergegeben wird.
Vorrückung gibt es auch nicht,und ist er 2 Wochen krank kann es sein dass er die Kündigung bekommt.
Da ein Beamter keine Steuern zahlt kann es nur gerecht sein.
Neugebauer im Nationalrat als braver Parteisoldat sitzen, Gesetzen zustimmen und dann als Gewerkschafter dagegen sein.
Aber solche Wendehälse gibt es in jeder Partei.
Spitzengewerkschafter haben unabhängig zu sein.
Der soll schnell seinen Hut nehmen.
Ewiger Sesselkleber Herr Neugebauer wird uns mit seiner fetten Fresse eine weitere Periode nicht erspart bleiben - mach doch endlich den Platz frei für den Nachwuchs!!!!! In der Privatwirtschaft ist man mit 45 zu alt!!! Der kriegt seine Fresse nicht voll