Bawag-Fonds von Refco-Pleite betroffen: Hedgefond stellt Rücknahme von Anteilen ein

"profil": Bawag-Kunden haben 60 Mio. Euro investiert

Wie das "profil" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet mussten die von der Bawag-PSK-Gruppe vertriebenen SPhinX-Hedgefonds auf Anordnung des für die Abwicklung der Refco-Insolvenz zuständigen US-Gerichts die Rücknahme von Fondsanteilen einstellen. Bawag-Kunden haben nach Angaben der Bank 60 Mio. Euro in diesen Fonds veranlagt.

Die US-Fondsgesellschaft PlusFunds, welche die SPhinX-Fonds aufgelegt hat und verwaltet, wird vom ehemaligen hochrangigen Refco-Mitarbeiter Christopher Sugrue geleitet, der auf Seiten Refcos für die Abwicklung jener Transaktion zuständig war, mittels derer sich die Bawag 1999 am US-Brokerhaus beteiligte.

Als im Oktober vergangenen Jahres die mutmaßlichen Bilanzmanipulationen des damaligen Refco-Chefs Phillip Bennett bekannt wurden, gelang es PlusFunds innerhalb weniger Tage und noch bevor über das US-Brokerhaus das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, 312 Mio. Dollar, die auf Refco-Konten deponiert waren, abzuziehen. Gegen diese Blitzaktion wurde von Refco-Gläubigern nachträglich Einspruch erhoben und beim zuständigen Insolvenzrichter eine Einstweilige Verfügung erwirkt, welche es PlusFunds nun untersagt, Auszahlungen an Anteilsinhaber vorzunehmen. Die Gestionierung des Fondsvermögens ist allerdings weiterhin möglich.

Die Bawag hat die SPhinX-Fonds seit Februar 2004 vertrieben, als die Vermarktung derartiger Hedgefonds-Produkte in Österreich gestattet wurde. Mit 29. Dezember hat die Bawag den Verkauf der Fondsanteile eingestellt. Von den insgesamt bisher von Bawag-Kunden in diese Fonds investierten 60 Mio. Euro sind direkt und indirekt etwa 11 Mio. Euro von der Einsweiligen Verfügung betroffen. Laut "profil"-Bericht bietet die Bawag jenen österreichischen Kunden, die sich jetzt von ihren Fondsanteilen trennen wollen, an, die Papiere zum jeweiligen Tageskurs zu kaufen und in das Bank-Portfeuile zu übernehmen.

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