Bartenstein präsentiert Kombilohn-Modell: Soll Anreiz für Langzeitarbeitslose schaffen

Arbeitnehmer sollen durch Geld Billigjobs annehmen Zielgruppe sind vor allem Jugendliche und Ältere

Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein (V) und der Chef des Arbeitsmarktservice (AMS), Herbert Buchinger, haben das neue Kombilohnmodell für Langzeitarbeitslose vorgestellt. Dabei soll den Arbeitnehmern mit einem Zuschuss ein Anreiz geboten werden, Billigjobs, von denen sie allein nicht leben könnten, anzunehmen.

Auf das Kombilohnmodell habe man sich im Konsens mit den Sozialpartnern geeinigt, betonte Bartenstein bei einer Pressekonferenz. Es gebe ein Potenzial von bis zu 5.000 offenen Stellen, die derzeit nicht besetzt werden können, weil dort zu wenig Lohn bezahlt wird, um zur Annahme einer solchen Stelle zu motivieren. Diese meistens Teilzeitjobs gebe es vor allem im Handel, bei Reinigungsdiensten, in der Gastronomie und auch im Bürobereich.

Zielgruppe sind Jugendliche und Ältere
Zielgruppe für das vorerst auf ein Jahr befristete Modell sind Jugendliche und Ältere, die länger als ein Jahr beschäftigungslos waren. Sie erhalten 50 Prozent des Leistungsbezuges (Notstandshilfe) als Förderung. Das gesamte Einkommen ist mit 1.000 Euro gedeckelt. Die Höhe des Arbeitgeberzuschusses beträgt 15 Prozent des Buttolohns. Bei schwer integrierbaren Personen mit einer Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden kann das AMS auch einen höheren Arbeitgeber-Zuschuss von bis zu 66 Prozent zahlen.

Der Kombilohn, so Bartenstein, müsse als "Durchgangsstation zur Vollerwerbstätigkeit und nicht als Endstation" für Langzeitarbeitslose gesehen werden. Es gehe auch nicht an, dass aus bestehenden Vollzeitjobs Kombilohnjobs gemacht werden.

Kosten von 14,1 Millionen Euro
Die Kosten für vorerst 3.000 Kombilohnjobs prognostiziert Bartenstein mit 14,1 Mio. Euro als Obergrenze. Für den "Vollausbau" werden dann rund 5.000 Beihilfe-Fälle erwartet. Grundsätzlich soll sich das Kombilohn-Modell durch Einsparungen beim Arbeitslosengeld rechnen.

Mit dem neuen Modell sollen bestehende Jobs besetzt werden, betonte AMS-Chef Buchinger. Im Vorjahr konnten 20.000 offene Stellen, für die maximal ein Pflichschulabschluss notwendig wäre, wegen des geringen Lohns nicht besetzt werden.

Das neue Modell sei, so Bartenstein, "keine Wunderwaffe, aber ein weiterer Mosaikstein um die Arbeitslosigkeit zu senken".
(apa)