Die italienische UniCredit wird für ihre Tochter Bank Austria 2,7 Mrd. Euro Kapital an Staatshilfe in Anspruch nehmen. Damit die Bank das Staatsgeld - es wird voraussichtlich ausnahmslos Partizipationskapital - zu 8 Prozent "Marktzins" bekommt, müssen 30 Prozent von "Privaten" gezeichnet werden. Bankchef Erich Hampel wird nächste Woche Verhandlungen mit der Republik aufnehmen.
Während UniCredit-Chef Alessandro Profumo von 2,7 Mrd. Euro sprach, die es an österreichischer Hilfe für die fürs Osteuropageschäft zuständige Bank Austria geben könnte, wollte Hampel bei seiner Bilanzpressekonferenz nur von einer theoretisch möglichen staatlichen Summe sprechen, die mit 2 Prozent der Risk Assets bemessen ist, was für sein Haus rechnerisch 2,7 Mrd. Euro ergäbe.
Beim Bank Austria-Pressegespräch klang durch, dass das Geld der "Privaten" zusätzlich fließen könnte. Andere Quellen sprechen aber davon, dass diese Quote von dritter Seite von den 2,7 Mrd. Euro heruntergerechnet würde. Fest steht jedenfalls, dass auch von der italienischen UniCredit ein Beitrag zur Kapitalstärkung kommen wird.
Keine Dividende an die UniCredit
Eine Dividende an UniCredit überweist die Bank Austria für 2008 nicht. Als Vorstandschef kassiert Hampel für 2008 keine Prämien. Sobald die Staatshilfe aktiviert ist, gibt es auch für die anderen Manager keine Bonuszahlungen.
UniCredit erzielte im Vorjahr 4,012 Mrd. Euro Nettogewinn, das waren 38 Prozent weniger als im Jahr 2007. Damit hat die Bank im Krisenjahr 2008 besser bilanziert als vom Markt erwartet: Die Analysten hatten knapp 3,8 Mrd. Euro Nettogewinn prognostiziert.
Die Bank Austria halbierte im abgelaufenen Jahr den Nettogewinn zwar von 2,25 auf 1,14 Mrd. Euro, beendete damit das Krisenjahr 2008 aber dennoch mit dem größten Gewinn aller Banken in Österreich
(apa/red)