Azzurri-Bomber & WM-Hoffnung Luca Toni: Vom "Provinz-van Basten" zum "Super Toni"

Europas Topscorer: 21 Tore in 21 Serie-A-Spielen

Azzurri-Bomber & WM-Hoffnung Luca Toni: Vom "Provinz-van Basten" zum "Super Toni"

Früher verspotteten sie ihn als "Provinz-van Basten", heute nennen sie ihn ehrfurchtsvoll "Super Toni". Mit einer fantastischen Trefferquote von 21 Toren in 21 Spielen ist Luca Toni der derzeit erfolgreichste Torjäger in den europäischen Top-Ligen und Italiens großer Hoffnungsträger für die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland. Bei dem 28-jährigen Mittelstürmer von AC Fiorentina fragt sich keiner mehr, ob er trifft, sondern nur noch wann. "Toni ist einfach grandios", lobt ihn sein Trainer Cesare Prandelli.

In der 21. Runde der italienischen Serie A schoss der 1,94 m große Stürmer den Tabellenvierten aus Florenz am Sonntagabend wieder einmal im Alleingang zum 2:0-Sieg gegen Messina Calcio. "Gegen so einen ist einfach nichts zu machen", sagte Messinas Coach Bortolo Mutti. Toni ist der Schrecken aller Abwehrspieler und das neue Idol vieler tausender Nachwuchsstürmer in Italien. "Der bringt dich jede Sekunde in Schwierigkeiten", klagen seine Gegenspieler. Für die "La Gazzetta dello Sport" ist er "mitreißend wie ein Wirbelsturm".

Mit seinen 21 Treffern hängt der italienische Nationalstürmer die übrigen Torjäger in Europas Top-Ligen um Weiten ab. Ruud van Nistelrooy brachte es für Manchester United auf bisher 16 Tore in 23 Spielen, Barcelonas Samuel Eto'o kam in 20 Einsätzen auf 18 Treffer und Werder Bremens Miroslav Klose schoss als viertbester Torjäger Europas 16 Tore in 17 Spielen. Keiner aber trifft so regelmäßig wie Toni. Und das seit Jahren.

Fiorentina jubelt über "Super-Einkauf"
2004 schoss Toni die US Palermo mit 30 Toren in die Serie A, wo er im vergangenen Jahr seine Klasse mit 20 Treffern unterstrich. Für zehn Millionen Euro holte Fiorentina den aus dem norditalienischen Modena stammenden Wirbelwind im vergangenen Sommer in die Toskana. Jeden Sonntag freut sich Florenz-Boss Diego Della Valle über seinen mittlerweile von allen Top-Klubs umworbenen "Super-Einkauf". Der "Provinz-van Basten", der bisher nur für kleinere Vereine wie Vicenza, Brescia und Palermo gespielt hatte, ist im Vorfeld der WM zum Objekt der Begierde von Europas Fußball-Adel geworden.

Toni aber bleibt bodenständig. Neben den etablierten Stars wie Christian Vieri und Alessandro Del Piero wirkt er immer noch geradezu schüchtern. Als ihn sein großes Idol Marco van Basten am Rande des Freundschaftsspiels der Azzurri gegen die Niederlande im vergangenen Herbst mit Lob überhäufte, wäre er beinahe rot geworden. Toni ist erfolgreich, sympathisch bescheiden und beliebt: Italiens Fernsehzuschauer wählten ihn am Wochenende sogar zu Italiens Sportler des Jahres.

(apa)