Nach weiteren harten Monaten für die deutschen Autobauer und Zulieferer rechnet der Autoexperte Willi Diez ab Mitte des Jahres mit einer Belebung des Marktes. "Ich gehe davon aus, dass im zweiten Halbjahr die Erholung einsetzen wird", sagte der Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft an der Hochschule Nürtingen-Geislingen. Dann würden die Konjunkturpakete der Regierung Wirkung zeigen.
Er rechne damit, dass dank der beschlossenen Verschrottungsprämie in Höhe von 2.500 Euro pro Auto in Deutschland 300.000 Fahrzeuge zusätzlich verkauft werden. Davon werden nach seiner Einschätzung 200.000 Autos von deutschen Herstellern stammen. Durch das Paket würden mindestens 20.000 Arbeitsplätze bei Herstellern, Zulieferern und im Autohandel gerettet, sagte Diez. Weitere Impulse erwarte er durch eine Umstellung auf eine CO2-basierte Kraftfahrzeugsteuer. "Dies würde die langjährige Verunsicherung der Autokäufer beseitigen."
Ein weiterer Trend sei die wachsende Nachfrage nach spritsparenden Kleinwagen, die in Deutschland kaum profitabel produziert werden könnten. "Nach und nach wird die Produktion weiter ins Ausland verlagert werden", sagte der Experte. "Ich rechne damit, dass bis zum Jahr 2015 in der deutschen Autoindustrie rund 70.000 der 750.000 Arbeitsplätze wegfallen werden."
(apa/red)