Austria will Stronach "etwas zurückgeben": Veilchen glauben fest an den Meistertitel

Trainer Schinkels: "Wir sind heiß, bissig, gerüstet" Neues "Christbaum-System" als Formel zum Erfolg

Peter Stöger hat sich auf den Posten des Sportdirektors zurückgezogen, Frenkie Schinkels die sportliche Verantwortung der Profis von Austria Magna übernommen. Gemeinsam mit einem riesigen Kader von 29 Spielern streben die Violetten den Erfolg an. "Wir wollen Meister werden, damit Frank Stronach dann vielleicht doch weitermacht", so Schinkels.

Der Verein könne von Frank nicht immer nur nehmen, sondern müsse seinem Mäzen nun endlich auch etwas zurückgeben, fügte der Trainer hinzu. Auch wenn der Rückzug des Magna-Gründers nicht mehr rückgängig zu machen scheint, sind die Veilchen für die Ära nach dem austro-kanadischen Milliardär auf der Suche nach neuen Geldgebern und Sponsoren zum Erfolg fast verdammt. Der Meistertitel wäre da natürlich die beste Werbung der "Braut Austria". Nach der laufenden Saison muss man wissen, wohin der Weg führt.

Die Austrianer scharren in den Startlöchern schon mir ihren Hufen. "Endlich geht's los, wir sind heiß, hungrig, bissig, gerüstet und gut vorbereitet. Wir werden uns nicht verstecken, wir haben eine Mannschaft, die für einige positive Schlagzeilen sorgen wird", meint Schinkels auch in Richtung des großen Titelrivalen Red Bull Salzburg. Der Herbstmeister und die Austria sind für den gebürtigen Niederländer die zwei Titelfavoriten, er schreibt aber die Verfolger wie Meister Rapid, GAK und Pasching nicht ab.

Neues "Christbaum-System"
Auf dem Weg zum 23. Meistertitel hat der 24fache Cupsieger ein neue Spielweise mit einer 4-3-2-1-Formation einstudiert. Schinkels nennt es "Christbaum-System" und erklärt: "Jenen Spielern, die ihre Stärke in der Offensive haben, möchte ich damit den Rücken in der Defensive freihalten." Soll heißen: Das Spiel nach vorne, an dem es im Herbst gehapert hat, soll verbessert werden. Dazu sollen auch die wieder fitten Vachousek und Janocko sowie der verpflichtete Wallner beitragen.

Schinkels sitzt fest im Trainer-Sessel. "Ein Wechsel war im Winter nie ein Thema. Solange wir Erfolg haben, wird es ruhig bleiben. Wenn uns das nicht gelingt, ist das normal im Fußball-Geschäft, die Verantwortlichen in Frage zu stellen", meint Stöger zur violetten Dauer-Diskussion. Der Sportdirektor will in der Offensive eine Steigerung sehen und um den Titel spielen. "Es wird mit Salzburg ein knappe Sache werden, aber ich glaube, dass wir Chancen haben."

Für neun Spieler, deren Verträge im Sommer auslaufen (Linz, Toyansky, Janocko, Wallner) oder deren Optionen (per 30. April/Dospel, Sionko, Antonsson, Rushfeldt, Dheedene) gezogen werden müssten, ist das Frühjahr eine Qualifikation Zukunft. "Wir müssen wirtschaftlich Haus halten, der Kader ist derzeit auch durch viele Junge groß. Nicht alle Verträge werden verlängert, wir entscheiden Schritt für Schritt, auch das Charakterliche spielt eine Rolle", sagt der Sportdirektor, der nicht mehr täglich auf dem Trainingsplatz stehen und nicht mehr während jedem Spiel auf der Bank sitzen wird.

(apa/red)