Ausbruch aus Hochsicherheitsgefängnis: Al-Kaida-Mitglieder im Jemen auf der Flucht

Insgesamt gelang es 23 Häftlingen zu entkommen

Der mutmaßliche Drahtzieher des Anschlags auf den US-Flugzeugträger "USS Cole", dem vor sechs Jahren 17 Soldaten zum Opfer gefallen waren, ist aus einem jemenitischen Gefängnis geflohen. Wie Interpol am Sonntag mitteilte, war Jamal Ahmed Badawi einer von 23 Häftlingen, denen am Freitag die Flucht gelang. 13 von ihnen seien verurteilte Al-Kaida-Terroristen, erklärte Interpol und erließ eine dringende Sicherheitswarnung. Die Häftlinge seien durch einen 140 Meter langen Tunnel geflohen, den sie sowie Helfer von außerhalb des Gefängnisses gegraben hätten.

Die jemenitischen Behörden hätten bestätigt, dass neben Badawi ein weiterer Top-Terrorist, Fawas Jahja al Rabeei, unter den Flüchtigen sei. Rabeei soll für den Anschlag auf den französischen Tanker "Limburg" verantwortlich sein, bei dem ein Besatzungsmitglied getötet wurde und 90.000 Barrel Öl in den Golf von Aden ausliefen. Interpol-Chef Ronald Noble gab die globale Sicherheitswarnung persönlich aus. "Die Flucht und der unbekannte Aufenthaltsort von Al-Kaida-Terroristen bedeutet eine klare und aktuelle Gefahr für alle Länder", erklärte er am Sitz von Interpol im französischen Lyon.

Bei einem Massenausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind am Samstag 23 Al-Kaida-Terroristen entkommen. Darunter waren nach inoffiziellen Angaben vom Wochenende auch führende Mitglieder der Zelle, die den Anschlag auf den US-Zerstörer "Cole" verübt hatte. Das Schiff war im Oktober des Jahres 2000 von einem mit Sprengstoff beladenen Boot gerammt worden. Dabei kamen 17 US-Seeleute ums Leben.

Die internationale Polizeiorganisation Interpol gab nach der Flucht der Al-Kaida-Terroristen die Alarmstufe "Orange" aus. Interpol rief Jemen auf, Namen, Fotos und Fingerabdrücke der Entflohenen für eine internationale Fahndung zu übermitteln. Die Flucht der Terroristen stelle eine "offensichtliche und unmittelbare Gefahr für alle Staaten dar", erklärte Interpol in Lyon.

(apa)