Aus für Pausenzigarette: Totales Rauchverbot an allen Schulen angeordnet

Auch für Lehrer: Im Hof ist kein Qualmen erlaubt Ausweichen auf "öffentliches Gut" als letzter Ausweg

Die Pausenzigarette - für Schüler im "Raucherkammerl" und für Pädagogen im Lehrerzimmer - ist Geschichte. Ein Jahr nach Inkrafttreten der verschärften Version des Tabakgesetzes wird nun auch an den Schulen das Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden exekutiert.

In einem Ende Jänner an die Landesschulräte ausgesendeten Rundschreiben weist das Bildungsministerium auf die am 1. Jänner 2005 in Kraft getretene Novelle zum Tabakgesetz hin, die ein "ausnahmsloses Rauchverbot für jede Art von Räumen, in denen Unterrichts- und Fortbildungsveranstaltungen oder schulsportliche Aktivitäten stattfinden", vorsieht.

In dem Schreiben, das nach Angaben der Beamten Weisungscharakter hat, weist das Ministerium darauf hin, dass der im neuen Tabakgesetz verankerte Nichtraucherschutz auf das "gesamte Gebäude" ausgedehnt wurde, was sowohl für öffentliche als auch private Schulen gelte. Ausgenommen sind nur Teile, die ausschließlich privaten Zwecken vorbehalten sind, etwa Dienstwohnungen von Schulwarten.

Explizit wird in dem Rundschreiben auch darauf verwiesen, dass allen Personen im Schulgebäude das Rauchen ausnahmslos untersagt ist, nicht nur Schülern, sondern auch Lehrern. Das Ministerium betont weiters in dem Schreiben, dass sich das Tabakgesetz selbst nur auf das Schulgebäude bezieht, laut den gesetzlichen Bestimmungen der Schulordnung für Schüler aber auch ein Rauchverbot auf der gesamten Liegenschaft besteht, also etwa Hof oder Parkplatz.

Die Landesschulräte haben auf das Rundschreiben des Ministeriums teilweise umgehend reagiert. In Oberösterreich hat die Schulbehörde in einem Erlass die lückenlose Umsetzung des absoluten Rauchverbots im gesamten Schulhaus bis Ostern geregelt. Auch im Burgenland wird nach den Semesterferien das "Raucherkammerl" Geschichte sein. Und auch in Wien ist der blaue Qualm an den Schulen künftig verboten.

Den Nichtraucherschutz an sich gebe es schon lange und sei diesbezüglich nichts Neues, erklärte Eva Ponsold, Pressesprecherin des Landesschulrates für die Steiermark. Neu sei, dass sich die rauchfreie Zone auf das gesamte Schulgebäude ausdehne und nur in den eindeutig als privat ausgewiesenen Gebäudeteilen geraucht werden dürfe.

Dafür zu sorgen, dass das Rauchverbot auch eingehalten werde, sei die Pflicht der Schulen, die am 1. Februar vom Rundschreiben des Ministeriums informiert worden seien, so die Pressesprecherin. Sich an die Anweisungen zu halten, sei laut Ponsold "wie die Pflicht, an einer roten Ampel stehen zu bleiben". Rückmeldungen von den Schulen hätte es bisher keine gegeben.

Auch der Landesschulrat für Tirol wird das Rundschreiben des Bildungsministeriums den Schulen zur Kenntnis bringen, hieß es am Mittwoch auf APA-Anfrage. Der jeweilige Schulgemeinschaftsausschuss könne die Angelegenheit dann autonom weiter behandeln bzw. allenfalls entsprechende Maßnahmen beschließen.

Das grundsätzliche Rauchverbot in öffentlichen Schulgebäuden sei auch in Niederösterreich umzusetzen, hieß es aus dem Büro von Landesschulrat Adolf Stricker. Die Einrichtung geht selbst mit gutem Beispiel voran: Im Gebäude des Landesschulrates in St. Pölten ist der "blaue Dunst" untersagt.

(apa/red)