Burmas Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi lässt sich im Streit um den Landesnamen nichts vorschreiben. Die Regierung hat sie aufgefordert, ihr Heimatland fortan "Myanmar" und nicht mehr "Burma" zu nennen. Diese Anweisung hat Suu Kyi nun zurückgewiesen.
Das stehe in keinem Gesetz, sagte sie am Dienstag nach dem Ende ihrer ersten Europareise bei einer Pressekonferenz in Rangun. Burma hat unterdessen eine Generalamnestie für 46 Gefangene erlassen.
Vergleich mit "England"
Das sei wie mit der Bezeichnung "England". Viele Leute benutzten diesen Namen für die britischen Inseln, obwohl es eigentlich "Vereinigtes Königreich" heißen müsse. "Und Frankreich nennen wir Pyin Thit, obwohl der Name "France" ist", sagte sie. "Darüber beschwert sich auch niemand." Burma war die Bezeichnung der britischen Kolonialherren. Das Militärregime benannte das Land 1989 in Myanmar um.
Der burmesische Präsident Thein Sein kündigte in der Zwischenzeit die Freilassung von 37 Männern und neun Frauen, darunter offenbar auch rund 20 politische Gefangene an. Ebenso sollen 34 ausländische Häftlinge freigelassen und "ausgewiesen" werden. Bereits 2011 wurden rund 200 politische Gefangene freigelassen, woraufhin die USA die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zu Burma angekündigt hatten. Dieses Vorgehen nun soll weiter zur "nationalen Versöhnung" beitragen und die "Stabilität des Staates" gewährleisten.