Audienz beim Papst: Nationalratspräsident Andreas Khol war zu Besuch im Vatikan!

Mit Amtskollegen aus Ungarn, Slowakei, Slowenien

Nationalratspräsident Andreas Khol (V) und seine Amtskollegen aus Ungarn, der Slowakei und Slowenien sind am Montag vom Papst empfangen worden. Über 45 Minuten lang unterhielt sich Benedikt XVI. in einer Privataudienz mit Khol und den Parlamentspräsidenten der Länder der Regionalen Partnerschaft. Neben Khol wurden die Parlamentspräsidentin Ungarns, Katalin Szili, der Slowakei, Pavel Hrusovsky, und Sloweniens, France Cukjati, vom Papst empfangen. Polens Sejm-Präsident Marek Jurek konnte wegen des Dramas um die eingestürzte Messehalle von Chorzow bei Kattowitz nicht kommen.

Europa und die europäische Verfassung standen im Mittelpunkt des Gesprächs. Benedikt XVI. hob die Notwendigkeit eines Bezugs auf die christlichen Werte in der EU-Verfassung hervor. Auch über die Lage am Balkan wurde gesprochen. Der Papst lobte dabei die Rolle der Regionalen Partnerschaft. "Der Papst hat Europa und die EU als großen Raum des Friedens gewürdigt", berichtete Khol im Gespräch mit der APA. Dabei unterstrich er auch die Bedeutung der Parlamente als "Ort der Legitimität und der Demokratie". Der Papst appellierte an christliche Politiker, unabhängig von ihrer Partei in den Parlamenten die Werte des Christentums zu vertreten.

Papst kommt 2007 nach Mariazell
Das Kirchenoberhaupt bestätigte, dass er 2007 den Wallfahrtsort Mariazell besuchen werde. 2007 wird das 850-jährige Bestehen von Mariazell feierlich begangen. Die österreichischen Bischöfe hatten die Einladung an den Papst für den 8. September 2007 - das Patroziniumsfest des Marienheiligtums im Jubiläumsjahr - ausgesprochen. "Sie wissen, ich liebe Österreich und die Österreicher", wurde der Papst von Khol zitiert.

Auch das Mozart-Jahr wurde beim Gespräch erwähnt. Der Papst, der ein großer Musik-Liebhaber ist, bezeichnete Mozart als großen Europäer. Als Kind sei der Komponist mit seinem Vater viel in Europa gereist und dies habe sein Leben und sein Werk stark geprägt, so der Papst.

Besuch bei Grab von Papst Johannes Paul II.
Nach dem Besuch beim Papst besuchten die Parlamentspräsidenten das Grab des verstorbenen Kirchenoberhaupts Papst Johannes Paul II. in den Grotte Vaticane. Danach wurden sie vom italienischen Kammerpräsidenten Pier Ferdinando Casini empfangen.

Die Regionale Partnerschaft wurde von Österreich 2001 ins Leben gerufen und ist ein Kernelement der österreichischen Außenpolitik. Sie umfasst neben Österreich Tschechien, Ungarn, Polen, die Slowakei und Slowenien. Der tschechische Parlamentspräsident Lubomir Zaoralek gehörte der Besuchsdelegation im Vatikan nicht an. Die vier Parlamentspräsidenten, die den Papst besucht haben, sind praktizierende Katholiken. Die Audienz fand auf Initiative Khols statt.

(apa/red)