Atomstreit mit Iran treibt Ölpreis in die Höhe: Höchster Stand seit drei Monaten

Ölmärkte befürchten bereits Lieferunterbrechungen

Der Ölpreis ist vor allem wegen der politischen Spannungen im Atomstreit zwischen Iran und dem Westen am Dienstag auf das höchste Niveau seit Anfang Oktober gestiegen. Die Ölmärkte befürchten im Falle von Sanktionen gegen den Iran Lieferunterbrechungen, was den Preis weiter kräftig in die Höhe treiben könnte.

"Das Thema Iran ist noch nicht vollständig eingepreist", sagte der Rohstoffexperte der Societe Generale, Frederic Lasserre. Die Androhung von wirtschaftlichen Sanktionen auf der einen Seite und das Druckmittel eines Öl-Embargos auf der anderen Seite seien "der perfekte Cocktail" für kräftige Kursschwankungen. Auf Sicht von 30 Tagen hält er einen weiteren Anstieg des Ölpreises um vier Dollar pro Barrel für möglich. Seit Jahresbeginn ist der US-Ölpreis bereits um über vier Dollar gestiegen.

Nach Ansicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) könnten eingeschränkte Ölexporte aus dem Iran den Preis sogar bis auf 160 US-Dollar (132,5 Euro) steigen lassen. "Nichts ist da ausgeschlossen, weil Iran ein wichtiger Öl-Exporteur in der Welt ist", sagte die DIW- Energie-Expertin Claudia Kemfert im Deutsche- Welle-TV. Rußland und viele OPEC-Staaten produzierten "bereits am Limit". Die Energie- Expertin geht davon aus, dass Öl "spätestens in 15 Jahren nicht mehr in ausreichendem Maß vorhanden sein wird."

Aktuell werden auch nach Angriffen militanter Gruppen auf Förderanlagen ausländischer Ölkonzerne in Nigeria Lieferausfälle befürchtet, die sich kurzfristig auswirken könnten.

US-Öl zur Auslieferung im Februar legte am Dienstag am New Yorker Warenterminmarkt Nymex um 1,37 Dollar auf 65,29 Dollar je Barrel (159 Liter) zum Handelsschluss am Freitag zu. Heizöl verteuerte sich um 2,65 Prozent, Benzin um zwei Prozent und Erdgas um 2,26 Prozent.

Auch in London setzte sich der Ölpreisschub fort. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete 64,05 Dollar und damit 87 Cent mehr als zum Handelsschluss am Montag.

(apa)