Atomstreit geht weiter: Fünf Mitglieder des Sicherheitsrats fordern Einlenken des Iran!

Appelle von USA, Briten, Frankreich, China, Russland Schüssel für EU: Über Schritte "absolut besorgt"

Die fünf ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates haben den Iran im Atomstreit nachdrücklich zum Einlenken aufgefordert. In getrennten Schreiben hätten die fünf Atommächte USA, Großbritannien, Frankreich, China und Russland an die Regierung in Teheran appelliert, die Forschung am nuklearen Brennstoff-Kreislauf zu stoppen, sagte ein Vertreter des US- Außenministeriums am Montag.

Zugleich sei der Iran aufgefordert worden, wieder zu ernsthaften Verhandlungen mit den Europäern zurückzukehren. Der Iran bekräftigte am Montag, die Forschungsarbeiten am Brennstoff-Kreislauf würden wieder aufgenommen. Dies könnte dazu führen, dass die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO bzw. IAEA) die Angelegenheit vor den UNO-Sicherheitsrat bringt. Dieser könnte Sanktionen gegen das Land verhängen. Der Iran hat stets bekräftigt, die Atomkraft nur zur Energiegewinnung einzusetzen.

Die USA halten es angesichts der anhaltenden iranischen Verweigerungshaltung für wahrscheinlich, dass im Atomstreit mit Teheran der Weltsicherheitsrat eingeschaltet wird. "Wir glauben, schon allein, wenn man das Verhalten des Iran in der Vergangenheit bedenkt, dass die Angelegenheit vor dem Sicherheitsrat landet", sagte US-Außenamtssprecher McCormack am Montag in Washington.

Er fügte hinzu, dass die USA aber "an der diplomatischen Front" sehr eng mit dem Trio Deutschland, Frankreich und Großbritannien, das im Namen der EU mit dem Iran verhandelt, und mit anderen Staaten zusammenarbeiteten, um alle Möglichkeiten für eine diplomatische Lösung zu nützen.

EU verfolgt Entwicklungen im Iran mit größter Sorge
Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) hat sich in seiner Eigenschaft als EU-Ratsvorsitzender "absolut besorgt" über die jüngsten einseitigen Schritte der iranischen Führung im Atomstreit mit der internationalen Gemeinschaft gezeigt. Er sei mit der "Entwicklung im Iran überhaupt nicht zufrieden" und verfolge sie "mit größter Sorge", sagte Schüssel am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso in Wien.

Auf die Frage nach Sanktionen für das Regime in Teheran sagte Schüssel, diese Möglichkeit "besteht immer". Der Zeitpunkt dafür sei aber noch nicht gekommen. "Ich hoffe noch immer, dass die Kräfte der Vernunft (innerhalb der Teheraner Führung, Anm.) sich rühren mögen und nicht die Kräfte, die den Konflikt stärken, einfach dahin arbeiten lassen", sagte Schüssel.

(apa/red)