Es sind die letzten Minuten vor dem Super-GAU im japanischen Atomkraftwerk Fukushima I: Eine braune Brühe wälzt in Richtung AKW und überflutet alles, überall klebt Schlamm. Die Betreiberfirma Tepco hat nun 33 neue Fotos veröffentlicht, die kurz nach dem Eintreffen des Tsunamis auf dem Areal entstanden sind.
Auf den Aufnahmen ist das Ausmaß der Zerstörung durch den Tsunami und das Erdbeben deutlich zu erkennen. Ein Mitarbeiter eines Subunternehmens von Tepco hat die Fotos am 11. März 2011 geknipst, wie die Online-Ausgabe der japanischen Zeitung "The Daily Yomiuri" berichtet. Er war zum Zeitpunkt des Unglücks auf der Südseite des Geländes, in der Nähe des Reaktorblocks 4 beschäftigt.
Tepco hat die Bilder bisher zurückgehalten, obwohl die japanische Atomaufsichtsbehörde nach der Katastrophe eine Veröffentlichung aller Fotos gefordert hatte. Ein Untersuchungsgremium hat das brisante Material nun analysiert und kommt zu dem Schluss: Die Stromversorgung könnte bereits vor der Ankunft des Tsunamis ausgefallen sein. Tepco weist diese Vermutung jedoch zurück. Auch auf Basis der Fotos sei es wahrscheinlicher, dass der Tsunami den Strom gekappt habe.
Im AKW Fukushima ist es aufgrund der Katastrophe vom 11. März zu einer dreifachen Kernschmelze gekommen. Hundertausende Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden und viele davon warten heute noch auf die Rückkehr in ihre Heimat.