Der frühere japanische Regierungschef Naoto Kan hat vor einem Untersuchungsausschuss sein Vorgehen während des Reaktorunfalls von Fukushima verteidigt, zugleich aber Versäumnisse seiner Regierung eingeräumt. Während der zweieinhalbstündigen Anhörung entschuldigte sich Kan dafür, dass die Regierung die Krise nicht habe stoppen können. Mehrere Entscheidungen seien zu spät gefallen. "Es wäre besser gewesen, das wäre früher getan worden", wiederholte Kan während der Befragung durch die Parlamentarier und Experten mehrmals.
Als sich der Reaktorunfall infolge des Tsunamis am 11. März 2011 ereignet habe, sei der Staat für die Reaktionen verantwortlich gewesen, weil sich der Unfall in einer Anlage ereignet habe, deren Betrieb "Resultat staatlicher Politik" gewesen sei, sagte Kan. Der Ex-Regierungschef musste Stellung zu mehreren umstrittenen Punkten nehmen - zu seinem Besuch in Fukushima in der Früh nach dem Unfall, zu Verzögerungen bei der Belüftung der Anlage zur Verhinderung einer Gasexplosion, zur Notkühlung der Brennstäbe mit Meerwasser sowie zur Ablehnung technischer Hilfe aus den USA in den Tagen nach dem Unglück.
Der Ausschuss unter dem Vorsitz des Wissenschafters und ehemaligen politischen Beraters Kiyoshi Kurokawa soll seinen Bericht im Juni vorlegen. Das Kraftwerk Fukushima war beim Erdbeben vom 11. März 2011 und dem anschließenden Tsunami schwer beschädigt worden. Da in den folgenden Wochen große Mengen Radioaktivität freigesetzt wurden, mussten insgesamt 80.000 Menschen die Gegend um das Kraftwerk verlassen. Kan wurde nach dem Unfall zum Atomkraftgegner. Japan ist seit Anfang Mai erstmals seit dem Jahr 1970 ohne Atomenergie, nachdem auch der letzte von 50 Reaktoren des Landes zur Wartung abgeschaltet wurde.
Verstrahlte Fische an der US-Ostküste
In Thunfischen vor der US-Küste sind radioaktive Stoffe nachgewiesen worden, die bei der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima freigesetzt wurden. Die im August 2011 vor der kalifornischen Küste gefangenen Blauflossen-Thunfischen seien deutlich stärker mit Cäsium 137 als 2008 gefangene Fische sowie mit Cäsium 134 belastet gewesen, berichten Forscher um Daniel Madigan von der Stanford University in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften ("PNAS"). Im März 2011 waren nach dem verheerenden Tsunami im Kernkraftwerk Fukushima große Mengen Radioaktivität freigesetzt und auch ins Meer gespült worden. Vom Nordpazifischen Blauflossen-Thunfisch ist bekannt, dass seine Kinderstube in japanischen Gewässern liegt, bevor er an die amerikanische Küste wandert.
Die gemessenen Werte lägen um mehr als eine Größenordnung unter dem von der japanischen Regierung festgelegten Grenzwert von 100 Becquerel pro Kilogramm Fisch, heißt es in "PNAS". Nach Einschätzung des Wissenschafters Marc-Oliver Aust vom Thünen-Institut für Fischereiökologie in Hamburg stellt die von den US-Wissenschaftern erfasste Belastung keine Gefahr beim Verzehr von Thunfisch dar.
Kommentare
Verstrahlter Fisch Und das bleibt so noch viele viele Jahre ........ und wer wissen will wie die Geschichte vielleicht ausgehen könnte, der höre sich das Lied vom Burli von der EAV an ... oder wartet auf die ersten Schlagzeilen über gehäufte Missgeburten.
