Asylwerber in der EU: Österreich liegt
mit 9.209 Anträgen an der vierten Stelle

Zahlen im ersten Halbjahr 2005 rückläufig

Die drei bevölkerungsreichsten EU-Staaten Frankreich, Großbritannien und Deutschland hatten nach vorliegenden UNHCR-Daten im vergangenen Jahr den größten Andrang an Asylwerbern zu verzeichnen. Das kleine Österreich lag nach dem ersten Halbjahr 2005 mit 9.209 Asylsuchenden an vierter Stelle unter den EU-Partnern.

Laut einer Statistik des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) für das erste Halbjahr war Frankreich mit 27.420 Asylwerbern klarer EU-Spitzenreiter, gefolgt von Großbritannien mit 15.450 und Deutschland 13.322. Zum Vergleich: Im "klassischen" Einwanderungsland Kanada wurden 8.719 Anträge registriert.

Unter den skandinavischen Staaten lag Schweden mit 7.993 weit vor Finnland (1.821) und Dänemark (1.295). Im Mittelfeld der EU-Asylstatistik fanden sich Belgien (7.732), Griechenland (5.545) sowie die Niederlande mit 5.284 Anträgen. Die Mittelmeerinsel Zypern verzeichnete 4.044 Asylsuchende.

Bei den neuen EU-Nachbarn Österreichs herrschte in Tschechien der größte Andrang, gefolg von der Slowakei, Slowenien, Ungarn und Polen. Am Schluss des Rankings finden sich Portugal sowie die baltischen Länder. Für Italien liegen keine Werte vor, eine Schätzung für das Jahr 2004 lag bei 10.000 Asylsuchenden.

Bei den Herkunftsländern der Asylsuchenden lag Serbien-Montenegro mit 9.649 an der Spitze. 8.443 Russen (unter ihnen viele Tschetschenen) sowie 5.460 Türken suchten in der Europäischen Union um Asyl an. Die häufigsten außereuropäischen Herkunftsländer waren der Irak mit 4.905 und China mit 4.202 Antragstellern.

Insgesamt zeigt die Statistik einen rückläufigen Trend. Im Jahr 2003 gab es in den EU-14 (ohne Italien) und den zehn Beitrittsländern 332.430 Anträge, 2004 nur noch 269.628, dies entspricht einem Rückgang um etwa 19 Prozent. In Österreich sank die Anzahl der Asylwerber von 2003 auf 2004 um 7.666 auf 24.676.

(apa)