Während sich die Weltwirtschaft langsam wieder erholt, verschlechtert sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiterhin. 2012 soll es weltweit 202 Millionen Arbeitslose geben. Tendenz steigend. Schuld daran seien vor allem die Sparpolitik der Regierungen. Besonders besorgniserregend ist die Jugendarbeitslosigkeit.
Laut Bericht der Internationale Organisation für Arbeit (ILO) steigt die Arbeitslosigkeit 2012 auf 202 Millionen gegenüber 196 Millionen im Vorjahr. 2013 wird die Zahl gar auf 207 Millionen Arbeitslose ansteigen. In ihrem Bericht kritisiert die ILO vor allem die derzeit grassierende Sparpolitik in der Euro-Zone. Sie vertiefe die Krise und könnte gar zu einer erneuten Rezession in Europa führen.
Vorkrisen-Niveau erst 2016 wieder erreicht
Das Vorkrisen-Niveau des Jahres 2007 werde der Arbeitsmarkt erst 2016 wieder erreichen. Nachdem sich der Arbeitsmarkt im Jahr 2010 und Anfang 2011 noch leicht erholt habe, sei es gegen Ende des vergangenen Jahres wieder zu einer Verschlechterung gekommen, erklärt die ILO. In zwei Drittel der europäischen Länder nehme die Arbeitslosigkeit derzeit zu. Auch die jüngste Erholung in den USA sei mit Vorsicht zu genießen. Nur in Lateinamerika gehe es derzeit aufwärts.
Jugendarbeitslosigkeit besorgniserregend
Besorgniserregend sei insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit. Diese habe in 80 Prozent der entwickelten Volkswirtschaften und in zwei Drittel der in Entwicklung begriffenen Länder zugenommen. Auch die Dauer des arbeitslosen Zustands erhöhe sich zunehmend: Über 40 Prozent der Arbeitssuchenden in Industrieländern seien bereits seit einem Jahr oder länger ohne Erfolg geblieben.