Arbeitslosigkeit steigt weiter an! 380.379 Menschen waren im Jänner auf Jobsuche!

Inklusive Schulungen um 4,5 Prozent mehr als 2005 Dramatische Zahl: Fast 50.000 Jugendliche arbeitslos

Die Arbeitslosigkeit ist in Österreich im Jänner 2006 auf einen neuen Nachkriegsrekord gestiegen. Offiziell waren 326.747 Personen beim Arbeitsmarktservice (AMS) arbeitslos gemeldet, um 3,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Inklusive der in Schulung befindlichen Personen waren 380.379 Personen ohne Job, um 4,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die nationale Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 9,3 Prozent nach 9,1 vor einem Jahr.

Heftige Kritik an der Arbeitsmarktpolitik der Regierung kam heute von Arbeiterkammer, Gewerkschaft und Opposition. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel meinte hingegen, die "Horrorprognosen" von über 400.000 Arbeitslosen seien nicht eingetreten.

Inklusive der rund 15.000 Pensionsvorschuss- oder Übergangsgeldbeziehern lag die Arbeitslosigkeit im Jänner mit mehr als 395.000 Jobsuchenden knapp an der befürchteten 400.000-Grenze. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen erhöhte sich um 2,2 Prozent auf 49.948. Die Beschäftigung nahm im Jahresvergleich um 1,08 Prozent auf 3,185.995 Personen zu. Gegenüber Dezember ging sie um 0,69 Prozent oder um 22.200 Personen zurück.

Der kalte und schneereiche Jänner habe sich auf die witterungsabhängigen Wirtschaftsbereiche ausgewirkt und den Abbau der Saisonarbeitslosigkeit verzögert, hieß es aus dem Wirtschaftsministerium. Beinahe die Hälfte des Anstiegs der Arbeitslosigkeit, nämlich 46 Prozent, sind auf Branchen wie Bau, Land- und Forstwirtschaft, Holzverarbeitung und Transportwesen zurückzuführen, die besonders unter der derzeitigen Witterungslage leiden.

Bei Männern stieg die Arbeitslosigkeit im Jänner stärker an als bei Frauen. Rund 35 Prozent der vorgemerkten Personen haben allerdings eine Wiedereinstellzusage für einen (im Regelfall den alten) Arbeitsplatz und sind daher nicht arbeitssuchend sind. Eine saisonbereinigte Fortschreibung der Arbeitslosenquote gemäß Eurostat-Berechnungsmethode des Arbeitsmarktservice (AMS) Österreich weist für Jänner 2006 eine Arbeitslosenquote von 5,1 Prozent aus. Ende Jänner 2006 ist die Arbeitslosigkeit in allen Bundesländern mit Ausnahme von Salzburg, Tirol und Vorarlberg angestiegen.

(apa/red)