Arbeitsantritt in Salzburg: Ivanschitz will Meister werden und in Champions League

Neo-Bulle bekommt von Jara Trikot mit Nummer 10<br>Teamkapitän: "Will als fertiger Spieler zur Heim-EM" UMFRAGE: Ivanschitz-Schritt moralisch vertretbar?

Arbeitsantritt in Salzburg: Ivanschitz will Meister werden und in Champions League

Mit großer Vorfreude und hohen Zielen begann Andreas Ivanschitz am Dienstag seine Arbeit für Red Bull Salzburg. Bei herrlichen winterlichen Bedingungen stieg der österreichische Fußball-Teamkapitän im Trainingslager in Großarl in die Vorbereitung für seinen neuen Klub ein. "Ich will Meister werden und in der Champions League spielen", erklärte der 22-Jährige, der am Montag von Rapid verpflichtet und bis 2009 an den Titelfavoriten gebunden worden war.

Ivanschitz setzt sich so wie Salzburg hohe Ziele und denkt langfristig. "Ich bin voller Tatendrang. Die letzten Monate waren nicht einfach, aber ich denke, ich habe die richtige Entscheidung getroffen. Mein Ziel ist die Champions League, nur dort kann ich mich weiter entwickeln. Deshalb bin ich auch zu Salzburg gegangen. Das soll für mich das Sprungbrett für das Ausland sein", sagte Ivanschitz. In jüngster Vergangenheit habe es bereits auch Anfragen aus dem Ausland gegeben, allerdings nur von Mittelständern. Und "zu so einem wollte ich nicht".

Nach den Turbulenzen der vergangenen Tage, als der Burgenländer seine Absicht bekundet hatte, von Meister Rapid nach Salzburg zu wechseln, und damit einen Transferstreit ausgelöst hatte, ist er froh, dass er sich nun wieder ganz auf den Fußball konzentrieren kann. "Die Leute sollen verstehen, dass ich mich verändern wollte. Der Abschied von Rapid ist Gott sei Dank zum Schluss ruhig und sehr fair abgelaufen. Ich wollte nicht im Streit von Rapid gehen, werde weiterhin Kontakt pflegen. Aber jetzt ist Red Bull Salzburg für mich das wichtigste."

Hauptgründe, warum er vorzeitig aus seinem bis 2007 laufenden Rapid-Vertrag aussteigen wollte, war sein neuer Trainer Kurt Jara und die Perspektive, sich in einem hoch professionellen Umfeld weiter entwickeln zu können. "Jara hat mir von Anfang an das Gefühl vermittelt, dass er mich unbedingt haben will und mir helfen wird, bis zur Heim-EM ein fertiger Spieler zu sein. Es ist ein Konkurrenzkampf und ein Druck da, aber das will ich auch, um als Fußballer weiterzukommen. In Salzburg gibt es im Prinzip keine Grenzen", sagt Ivanschitz, der einst selbst zu einem Salzburg-Fan geworden war, als Pfeifenberger, Feiersinger und Co. Mitte der 90er Jahre in Österreich und auch international erfolgreich waren. "Ich hoffe, dass wir an diese Erfolge anschließen können."

Ivanschitz erhielt von Jara das Trikot mit der Nummer 10 und wird auch im zentralen Mittelfeld als Spielmacher eingesetzt. Aber so wie die beiden anderen Zugänge, die Außen-Verteidiger Ronald Gercaliu und Laszlo Bodnar, wird auch dem ÖFB-Teamkapitän im Red-Bull-Starensemble kein Fixplatz zugesichert. "Ich bin sehr glücklich, dass es mit diesen drei Spielern geklappt hat. Besonders glücklich bin ich natürlich mit Ivanschitz, von dem ich mir auch einiges erwarte. Diese drei müssen sich ihre Position aber erst erarbeiten, sie fangen bei Null an. Sie alle haben das Potenzial dazu, müssen das aber erst umsetzen", erklärte Jara.

Mit dem Trio sind die Transferaktivitäten von Salzburg "im Prinzip" abgeschlossen, sagt der Coach. "Außer es gibt noch ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk. Die Positionen, die bisher nicht schlecht besetzt waren, sind jetzt absolut top besetzt mit drei aktuellen Nationalspielern, die alle zu uns wollten." Dass damit auch die Erwartungen gestiegen sind, weiß Jara nur zu gut. "Auf Grund dieser Verpflichtungen werden wir von der Konkurrenz zum Favoriten gestempelt. Wir haben kein Problem damit. Wir wollen in die Champions League."

Dass nach einigen Missstimmungen mit Rapid Einigung erzielt worden ist, freut den Salzburg-Coach. "Ich bin froh, dass Rapid eingelenkt hat. Es war letztlich ein versöhnliches Ende. Mit (Rapid-Sportmanager) Peter Schöttel habe ich gute Gespräche geführt, wir können uns auch künftig in die Augen schauen", sagt Jara.
(apa/red)