Der atemberaubende Höhenflug der Apple-Aktie ist erst einmal vorbei. Vor einer Woche noch hatte das Papier ein Rekordhoch markiert - seitdem verlor die Aktie zehn Prozent ihres Werts. Apple ist zwar immer noch das teuerste Unternehmen der Welt, der Börsenwert fiel aber in wenigen Tagen um 50 Mrd. Dollar (38,4 Mrd. Euro). Das ist etwas mehr als der Wettbewerber Hewlett-Packard insgesamt wert ist, wie das "Wall Street Journal" leicht süffisant vorrechnete.
Allein am Montag fiel der Apple-Kurs um gut vier Prozent auf nur noch knapp über 580 Dollar. Zuletzt hatte die Aktie so stark verloren als es im Oktober statt eines iPhone 5 nur ein iPhone 4S gab - das dann trotzdem zu einem Kassenschlager wurde. Jetzt scheinen einige Börsianer kurz vor der Verkündung der neuen Apple-Quartalszahlen kalte Füße bekommen zu haben. Sie befürchten, dass die Ergebnisse insbesondere im Vergleich mit dem bahnbrechenden Weihnachtsquartal blass ausfallen könnten. So gab es zuletzt wieder einmal Studien, die von einer Abschwächung der Nachfrage nach Apples Tablet-Computer iPad berichteten.
Aktie bald 1000 Dollar wert?
Zudem kündigte der US-Mobilfunkriese Verizon Wireless an, künftig eine zusätzliche Gebühr von 30 Dollar beim Wechsel zu einem neuen Modell zu erheben. Das weckte am Markt die Sorge, dass die Netzbetreiber ihre hohen Subventionen senken könnten und die an sich teuren Apple-Telefone damit etwas weniger attraktiv für Verbraucher würden. Die Frage, wie lange Apple sein rasantes Wachstum weiterführen kann, wurde in der Vergangenheit immer wieder gestellt, auch mit entsprechenden Dämpfern für den Aktienkurs. Dem Konzern gelangen jedoch nach vergleichsweise mäßigen Quartalen immer wieder neue Verkaufsrekorde.
Zuletzt hatte vor allem der reißende Absatz von iPhone und iPad auch die Aktie immer weiter nach oben getrieben. An der Börse war schon von 1.000 Dollar als Kursziel und einem möglichen Marktwert von einer Billion Dollar die Rede. Davon ist Apple noch weit entfernt: Die Aktie kam bis 644 Dollar und beim Börsenwert war bei rund 600 Milliarden vorerst Schluss.
Erstmals seit 15 Jahren gibt es eine Dividende
Über die Bilanz der vergangenen Monate können Apple-Aktionäre dennoch nicht meckern: Mit dem jüngsten Kurssturz ist das Papier gerade einmal auf den Stand von Mitte März 2012 abgerutscht. Vor zwei Monaten stand die Aktie gerade einmal bei 500 Dollar, vor einem Jahr war sie sogar nur rund 330 Dollar wert. Im April 2010, als Apple das erste iPad herausbrachte, kostete das Papier noch um die 240 Dollar. Zudem gibt es von Apple demnächst erstmals seit 15 Jahre eine Dividende.
Die Börsianer warten derzeit gespannt auf die neuesten Geschäftszahlen von Apple, die am Dienstag kommender Woche (24. April) herauskommen. In die Bilanz fließen auch die ersten Verkäufe des neuen iPad ein. Der Konzern hatte im Weihnachtsquartal einen Rekordgewinn von 13,1 Mrd. Dollar eingefahren. Der Konzern hatte bereits selbst betont, dass sich dieses Ausnahmequartal zu Jahresbeginn nicht wiederholen lasse.