Anonymous von

"Paranoia" ins Leben gerufen

Website nach Vorbild von Wikileaks - Geleakte Mails von Scientology veröffentlicht

Anonymous - "Paranoia" ins Leben gerufen © Bild: Screenshot/par-anoia.net

Anonymous-Aktivisten haben nun nach dem Vorbild der Enthüllungsplattform Wikileaks die Website "Par:AnoIA" (Potentially Alarming Research: Anonymous Intelligence Agency) gestartet. Dort stellt Anonymous gehackte Daten zur Verfügung. User senden anonym geleakte Inhalte ein, die dann auf der Website veröffentlicht werden können.

Die neue Internetplattform wurde im März gegründet, um mehr Raum für die Inhalte der geleakten Dokumente zu schaffen, wie das US-Magazin "Wired" berichtet. Die bisher von Anonymous veröffentlichten Informationen hätten zwar für Medieninteresse gesorgt, doch die Inhalte seien beim User nicht angekommen, sagt ein "Par:AnoIA"-Gründer gegenüber dem Magazin. Auch verlaufe der Informationsfluss auf Wikileaks zu langsam.

Es gehe darum die Daten für Medien, Interessierte und die Öffentlichkeit im Allgemeinen schnell und einfach zur Verfügung zu stellen, damit sich die Leute intensiver mit den Informationen beschäftigen können.

FBI-Gespräche und Scientology-Mails
Daher verzichtet Anonymous darauf, die Dokumente über Torrent, meist in Form einer Zip-Datei, zur Verfügung zu stellen. Stattdessen können zum Beispiel die geleakten Mails von Scientology über einen E-Mail-Viewer, ein vereinfachtes Mail-Programm, abgerufen werden. Auch das Buch "We Are Anonymous" von "Forbes"-Journalistin Parmy Olson kann man sich direkt downloaden, sowie ein Gesprächs-Protokoll zwischen FBI-Agenten und Scotland Yard. Eine Text-Suchfunktion soll das Durchforsten der Inhalte künftig zusätzlich erleichtern.

Angst vor einer strafrechtlichen Verfolgung wegen einer Verletzung der Urheberrechte haben die "Par:AnoIA"-Betreiber nicht. "Bisher veröffentlichen wir nur Bilder und Texte ... und das ist absolut legal", sagt ein Gründer gegenüber "Wired".

Die verschiedenen Inhalte seien, ähnlich wie bei Wikileaks, nicht von den "Par:AnoIA"-Betreibern, sondern von Usern aus der Anonymous-Gemeinschaft eingesandt worden, so die Internet-Aktivisten. Auf Wikileaks ist es unterdessen nicht mehr möglich, Dokumente öffentlich hochzuladen - ein kleiner Konkurrenzkampf hat begonnen. Wikileaks hat Anonymous vor kurzem vorgeworfen, die Aktivisten würden über einen ihrer Haupt-Twitter-Accounts unsichere Proxy-Server online stellen. Anonymous weist die Vorwürfe zurück.

Weiterführende Links:
Paranoia
"Wired"

Die Welt