Ungleiche Jobchancen von

Frau Bauer bekommt
den Job, Frau Öztürk nicht

Wäre es mit einer anonymen Bewerbung anders gekommen? Experten bezweifeln es.

Ungleiche Jobchancen - Frau Bauer bekommt
den Job, Frau Öztürk nicht © Bild: Kay Nietfeld / dpa / picturedesk.com

Sandra Bauer bekommt den Job, Meryem Öztürk nicht. Das ist auch im Jahr 2016 noch viel zu oft der Fall, wie eine aktuelle Studie belegt. Diskriminierung am Arbeitsmarkt für BewerberInnnen mit Migrationshintergrund zählt immer noch zum Alltag. In den USA und Kanada ist deshalb die Form der anonymen Bewerbung bereits seit Jahrzehnten gang und gäbe. Doch kann diese tatsächlich vor Diskriminierung schützen? Experten bezweifeln es.

Es ist keine neue Erkenntnis, die der groß angelegte Feldversuch von Doris Weichselbaumer, Ökonomin der Universität Linz, liefert: 1.500 Bewerbungen wurden je einmal unter dem Namen Bauer und einmal unter dem Namen Öztürk versandt. Frau Bauer wurde in 18,8 Prozent der Fälle zu einem Bewerbungsgespräch geladen, Frau Öztürk nur in 13,5 Prozent und Frau Öztürk mit Kopftuch überhaupt nur in 4,2 Prozent aller Fälle. Ob bewusst oder unbewusst sei dahin gestellt, aber Tatsache ist: Bewerberinnen mit Kopftuch und Migrationshintergrund haben am Arbeitsmarkt nach wie vor schlechtere Chancen.

Dies spiegelt auch eine Erhebung des ÖAMTC aus dem Jahr 2013 wieder. So wurden bei einem ähnlichen Versuch 36,4 Prozent der Österreicher, aber nur 20 Prozent der Nigerianer, die sich beworben hatten, eingeladen. Dass es in der Verfassung eigentlich ein Diskriminierungsverbot gibt, scheint hierzulande niemanden zu stören.

Persönliche Daten weg lassen

Werden solche Zahlen wieder einmal publik, wie im aktuellen Fall durch die Studie von Doris Weichselbaumer, werden Forderungen nach anonymen Bewerbungsverfahren laut. Bei dieser Form der Bewerbung, die in den USA und Kanada seit den 1960er-Jahren sowie im öffentlichen Sektor auch in Belgien zum Einsatz kommt, fehlen in der Regel Name, Adresse, Alter, Geschlecht, Familienstand, Herkunft sowie ein Foto des Jobsuchenden. Die Bewerbung wird entweder per standardisiertem Formular online eingereicht oder eingetroffene Post-Bewerbungen im Nachhinein geschwärzt, bevor sie den Verantwortlichen vorgelegt werden. Erst mit der Einladung zum Bewerbungsgespräch werden diese Daten für Personaler sichtbar.

Dieses Verfahren bietet die Möglichkeit, alle Kandidaten im ersten Schritt nur aufgrund ihrer Qualifikationen zu betrachten, zu vergleichen und in Folge dessen zu einem Gespräch einzuladen. Die Möglichkeit schon hier nach Herkunft oder Geschlecht zu filtern, wird fürs erste ausgeschaltet. Doch nur solange, bis es zum tatsächlichen Gespräch kommt.

Befürchtung bewahrheitet sich

Und genau diese Befürchtung in Hinblick auf anonyme Bewerbungen bewahrheitete sich auch beispielsweise bei einem Testlauf in Schweden im Jahr 2007: Zwar wurden zunächst mehr Bewerber mit Migrationshintergrund eingeladen – an der tatsächlichen Einstellungsquote hat sich dennoch nichts geändert.

Nachteil für Junge

Zudem sind anonyme Bewerbungen in der heutigen, multimedial vernetzten Welt nicht wirklich zeitgemäß. So präsentierten sich viele, vor allem junge Menschen, online über Videos oder Blogs sowie in Netzwerken wie Xing oder LinkedIn und wollen sich dabei in all ihren Facetten bewerben – und Gesicht zeigen. Ein anonymes Verfahren hingegen verleiht ein Gefühl von Ohnmacht, ein Gefühl, nur eine Nummer unter vielen zu sein. Und gerade der Wegfall der persönlichen Note, fällt jüngeren Menschen zur Last, die noch kaum oder gar keine Berufserfahrung vorweisen können.

Gibt es eine Lösung?

Mit dieser Ambivalenz auch bei anonymen Bewerbungsverfahren, stellt sich die Frage, ob es überhaupt einen Weg gibt, niemanden bei der Jobsuche zu diskriminieren. Eine Möglichkeit bestünde „zum Beispiel darin, die Qualifikation von Bewerbern online zu testen statt sich auf Selbstauskünfte oder Noten und Arbeitszeugnisse zu verlassen“, schlägt Andreas Frintrup, Vorstand eines Personaldienstleisters, in einem Gespräch mit der „FAZ“ vor. So könne jeder zeigen, was in ihm steckt – und das unabhängig von Geschlecht, Nationalität oder Alter. Entstünde daraus eine Rangliste nach Eignung, müssten die Verantwortlichen schon eine gute Erklärung dafür haben, warum dennoch nicht die türkische Frau, der ältere Bewerber oder die Mutter mit drei Kindern bevorzugt wurde …

Anonyme Bewerbungen

Sollen auch in Österreich anonyme Bewerbungsverfahren zum Einsatz kommen?

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Kommentare

Ungerecht? Benachteiligung? News ist anscheinend ebenfalls auf den Österreich-/Europa Zerstörungstripp aufgestiegen. Als Firmenchef suche ich mir das Personal aus, das ich für meine Firma für gut, richtig und für meine Kunden akzeptabel halte. Wenn ich für den Erfolg meines Unternehmens und die Erhaltung bzw. von Arbeitsplätzen keine Muslima in meinem Team haben möchte, so ist das meine Entscheidu

Annonyme Bewerbung? So ein Quatsch... Als Unternehmer suche ich mir einen Menschen aus, der zu meinem Unternehmen passt. Ob die Person Kopftuch tragen darf oder nicht hängt nicht von der Person ab, sondern von der Art der Arbeit und der Ausrichtung des Unternehmens. Genauso wie Frauen/Männerquoten. Wer arbeiten will, der soll mal überlegen, was er arbeiten will, und wo er dazu passen kann.

Ivoir

Auch Ärzte stellen vermehrt weibliche Ötztürks als Ordinationshilfen ein.

Unser Volk hat Vorrang, das ist doch wohl klar!!!! Die Ausländer haben nur im Sinn, den Staat zu schädigen, wo es nur geht!!!

Henry Knuddi

also ca 50% der österreicher sind eingebürgerte bis 2.generation
da gibts einen sehr bekannten eingebürgerten, einen gewissen bumsti (2.gen) - zahnklemptner und industrieller
dann sämtliche olegarchen, sämtliche reichsdeutsche (1945-51), ungarn, tschechen slowaken, balkanesen, türken, ehem. DDRler, usw. südtiroler ....
zb: vorarlberger industrie würde ohne zuwanderung stillstehen....

zombi69 melden

Frau Öztürk will keinen Job, Frau Ötztürk will Sozialhilfegelder für die sie überhaupt nach A gekommen ist.

Henry Knuddi
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hast du sie gefragt?

Mcintosh52 melden

vollkommen richtig zombi69 dieses faule Türkengesindel will nicht arbeiten , man sollte sie alle abschieben die scheiß BMW Fahrer

Roland Mösl
Roland Mösl melden

Unternehmer sollen gewzungen werden die Katze im Sack zu kaufen. Schluß mit all diesen Zwangsmaßnahmen um irgendwelchen höheren Ideale zu erzwingen, die in der Praxis mindestens so untauglich wie der Ostblockkommunismus sind.

Henry Knuddi
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kim wird dich erwarten, du darfst für ihm bomben bauen :)

parteilos melden

Jeder soll das machen dürfen was er möchte. Gesetzlich dagegen vorzugehen wäre nicht die Lösung.
Im Gegensatz bekommen Öztürk und Co. mehr Msicherung als Bauern Pension.
Das Land wird kippen, es ist nur eine Frage der Zeit, dann springen die Ösis auf den Tischen....

Henry Knuddi
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wenn ich deine aussage deuten würde - dann nehm ich dir dein geld weg, weil du es gesetzlich gestattest.
betrifft bauern, auch selbstständige - wer quartalsmässig 300,00 bei bva einzahlt, der bekommt kaum 3000,00 pension
wer abgeordneter ist der bekommt 3000,00 pension und der hat nichts eingezahlt.
der normale hackler bekommt mindestpension = mindestsicherung = bauernmindestpension -....

Henry Knuddi
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die mindestsicherung wird nicht automatisch gewährt - man muss ansuchen und zig belege vorlegen, berge von formularen ausfüllen - ca 12 seiten oder mehr und auf bescheid warten.
wer das nicht tut, der muss von dem leben was er hat.

AdLa melden

Anscheinend hat man mit Migranten und deren Frauen schlechtere Erfahrungen als mit Einheimischen, sonst würden sich Arbeitgeber die Leute nicht aussuchen, was ja auch ihr Recht ist, da manche einfach nicht anpassungswillig sind.

Henry Knuddi
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migranten sind eingebürgerte - daher inländer.
ausländer - keine staatsbürgerscghaft von Ö oder EU
EU-bürger sind gleichgestellte wie ATler
die chefs wollen löhne drücken bei migranten, damit sie dann auch atler runterdrücken können

Der-Tiroler melden

Wie kommt News auf die Idee, dass dies eine Diskriminierung ist? Unternehmen machen nun einmal die Erfahrung, dass Migranten ihren Job schlechter machen als Österreicher. Da können die Gutmenschen noch so viel dagegen klatschen wie sie wollen, die Realität ist eben eine andere.

Henry Knuddi
Henry Knuddi melden

ein wiener ist in tirol auch ein ausländer und wird schlechter behandelt als ein ötzi :)

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