Ankerbrot hat Ausgleichsantrag eingebracht

FORMAT: 100 Filialen droht Schließung! Passiva des Backwarenkonzerns bei rund 90 Mio. Euro

Nachdem nun auch offiziell der deutsche Millionär Klaus Ostendorf als neuer Eigentümer des ins Trudeln geratenen Wiener Backriesen Ankerbrot feststeht, ist am Freitag beim Handelsgericht Wien der Ausgleichsantrag eingebracht worden. Mit der Eröffnung des Verfahrens sei aber erst am kommenden Montag zu rechnen. Laut FORMAT sind rund 100 Filialen von der Schließung bedroht!

Per 1. Juli übernimmt dann der deutsche Backprofi Ostendorf bei Ankerbrot das Ruder. Er hat von Müller Brot 91 Prozent der Ankerbrot- Aktien übernommen. Zum neuen Vorstand wurde Libro-Kurzzeitvorstand Bernhard Chwatal geholt, der auch den Ausgleichsantrag einbringen wird.

Über seine Pläne mit Ankerbrot hat sich der neue Eigentümer bis jetzt sehr bedeckt gehalten und lediglich angekündigt "dem Unternehmen eine Zukunft geben" zu wollen. Die Gläubigerbanken (BA- CA, BAWAG/P.S.K., Erste Bank, RZB, Oberbank) hätten "durch konstruktive wie flexible Verhandlungen einen wesentlichen Beitrag zur Fortführung des Unternehmens geleistet", ließ Ostendorf nach Abschluss der Verhandlungen am Donnerstagabend mitteilen.

Vom Ausgleich ist, wie berichtet, nur die Ankerbrot AG, nicht das Filialnetz, das von der 100-prozentigen Tochter Anker Snack & Coffee Gastronomiebetriebs GmbH gehalten wird, betroffen. Insgesamt beschäftigt Ankerbrot derzeit 2.048 Mitarbeiter in 201 Filialen. 300 Beschäftigte wurden im Rahmen des Frühwarnsystems beim Arbeitsmarktservice bereits vorsorglich zur Kündigung angemeldet. 100 Beschäftigte sollen tatsächlich ihren Job verlieren. In Branchenkreisen erwartet man die Reduktion von 20 Standorten in den Bundesländern und eine Straffung des Sortiments.

Ostendorf, so heißt es, will in einer ersten Tranche zehn Mio. Euro bei Ankerbrot einbringen, wenn das Bankenkonsortium im Ausgleich auf ein Drittel seiner Forderung von 34,5 Mio. Euro verzichtet. Die Passiva wurden nach vorläufigen Zahlen auf 90 Mio. Euro geschätzt, die Zahl der Gläubiger beläuft sich auf 540 Betroffene. Zuletzt wurden die Passiva von Ankerbrot auf rund 90 Mio. Euro geschätzt. In Ausgleich gehen soll nur die Ankerbrot AG, nicht das Filialnetz, das von der 100-prozentigen Tochter Anker Snack & Coffee Gastronomiebetriebs GmbH gehalten wird.

Insgesamt beschäftigt Ankerbrot 2.048 Mitarbeiter und hat 201 Filialen. 300 Mitarbeiter wurden im Rahmen des Frühwarnsystems beim Arbeitsmarktservice vorsorglich zur Kündigung angemeldet. 100 Beschäftigte sollen tatsächlich ihren Job verlieren.

(APA/Red.)