Norwegens Polizei ist sicher, dass der Massenmörder Anders Behring Breivik seine Anschläge mit 77 Toten allein ausgeführt hat. Das erklärten Fahndungsleiter beim Prozess gegen den 33- jährigen Rechtsradikalen in Oslo. "Es gibt nichts, das auf Hilfe anderer hindeutet", sagte der Polizeiexperte Kenneth Wilberg vor Gericht.
Die Ermittler sind fest davon überzeugt, dass die angebliche Zugehörigkeit des Norwegers zu einem "Orden der Tempelritter" frei erfunden ist. Breivik will andere "Tempelritter" bei Auslandsreisen getroffen haben. Zur Einstufung dieser Behauptung als Lüge meinte er vor Gericht: "Das ist gut. Dann muss ich mir keine Sorgen machen, dass die anderen entdeckt werden."
Auch mit der Verbreitung eines rechtsradikalen "Manifestes" unmittelbar vor den Anschlägen am 22. Juli vergangenen Jahres hatte sich Breivik als Teil eines "Netzwerkes" Gleichgesinnter darzustellen versucht. Der Polizeiexperte Wilberg sagte dazu aus, der Attentäter habe den Text von 1.500 Seiten an 8.000 Adressaten senden wollen. Er habe aber nur etwa 1.000 erreicht.
Breivik bekennt sich schuldig
Breivik selbst bekennt sich zu seiner Verantwortung für die Autobombe in Oslo, durch die acht Menschen starben, sowie das anschließende Massaker auf der Insel Utöya, wo er 69 Teilnehmer eines sozialdemokratischen Jugendlagers umbrachte. Das Urteil in dem seit Mitte April laufenden Verfahren wird im Juli erwartet. Entscheidende Bedeutung kommt dabei der Gerichtsentscheidung über Breiviks Zurechnungsfähigkeit zu.