Anders Behring Breivik von

Rechtsextreme im Zeugenstand

Verschiebung des Urteils möglich - Neonazi warnt vor Gericht vor "Ausrottung" Norwegens

Anders Behring Breivik - Rechtsextreme im Zeugenstand © Bild: Getty Images/AFP

Im Prozess gegen den norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik sind mehrere Rechtsextreme zu Wort gekommen. Der Gründer der norwegischen Neonazi-Bewegung Vigrid, Tore Tvedt, sagte vor Gericht, dass sich das Land "im Krieg" und auf dem Weg zu einer "Balkanisierung" befinde. "Wir werden nicht nur angegriffen, wir stehen vor der Ausrottung", fügte er hinzu. Breiviks Anwälte hatten darauf bestanden, die Rechtsextremen in den Zeugenstand zu rufen, um zu zeigen, dass die Überzeugungen des 33-jährigen Angeklagten durchaus verbreitet und nicht die Ideen eines Geisteskranken sind.

Der Chef der Organisation Stoppt die Islamisierung Norwegens, Arne Tumyr, bezeichnete den Islam in seiner Zeugenaussage als "eine Religion der Gewalt, eine Religion der Kriege". Den Propheten Mohammed nannte er einen "Sexualstraftäter, Karawanenplünderer, Mörder und Kriegsverbrecher". Der Islam sei eine Bedrohung für die norwegische Gesellschaft und ihre Werte.

Haftstrafe oder Psychiatrie
Breivik, der sich als Verteidiger Norwegens und Europas im Kampf gegen Islam und Multikulturalismus sieht, tötete im Juli 2011 in einem Jugendlager der regierenden norwegischen Arbeiterpartei auf der Insel Utöya 69 Menschen. Zuvor hatte er im Osloer Regierungsviertel mit einer Autobombe acht Menschen umgebracht. Breivik hat die Taten gestanden, plädiert aber auf nicht schuldig. Ihm droht eine Haftstrafe von 21 Jahren, die anschließend verlängert werden kann, oder eine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik.

Ausschlaggebend dafür ist der Geisteszustand des Attentäters. Im vergangenen Jahr hatte ein erstes psychiatrisches Gutachten Breivik eine "paranoide Schizophrenie" bescheinigt und ihm die Schuldfähigkeit abgesprochen. Ein zweites Gutachten kam später zum gegenteiligen Schluss. Breivik will erreichen, dass das Gericht ihn nicht als geisteskrank einstuft.

Zeugenliste im Vorfeld scharf kritisiert
Sein Verteidiger Geir Lippestad hatte es daher als notwendig bezeichnet, auch Rechtsextreme als Zeugen vorzuladen. Es gehe nicht darum, Argumente für eine politische Überzeugung vorzubringen, "sondern zu zeigen, dass die Weltsicht des Angeklagten auch von anderen geteilt wird". Die Anwälte von Überlebenden und Angehörigen der Opfer hatten die Zeugenliste schon im Vorfeld scharf kritisiert.

Mit einem Urteil in dem Prozess wird nicht vor Ende Juli gerechnet. Wie das Gericht am Dienstag mitteilte, kommen als mögliche Termine für die Urteilsverkündung der 20. Juli oder der 24. August infrage.

Kommentare

Zurechnungsfähige Psychiater? Naives blindgutachtergläubiges Volk? Es entsteht tatsächlich der Eindruck, dass die Psychiater diesen Mörder in die Psychiatrie abschieben wollen, weil sie nicht wissen, dass es ganz viele Menschen mit diesem Gedankengut gibt, die nicht mordend durch die Strassen und Wälder laufen. Der Psychiater meint wohl, dass alle die nicht so denken wie er schizophren oder persönlichkeitsgestört sind und deswegen weggesperrt werden müssen. Das überhaupt irgendein Psychiater die Idee hat, dass es nicht zurechnungsfähig sein soll, wenn man in welchem persönlichen oder kollektiven Wahn auch immer wild oder sogar gezielt um sich schiesst, macht nur deutlich wie krank diese Menschen selber sind und dass die Gesellschaft tatsächlich vor ihnen geschützt werden sollte. Man stelle sich vor wie er aus der Psychiatrie rauskommt!

zombie69
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Nazis? Aach Gottchen... Nazi ist man heute schon wenn man jeden Morgen aufsteht um auf die Arbeit zu kommen, seine Steuern regelmässig zahlt und nie Sozialhilfe beanspruchte.

strawanzer melden

Re: Nazis? wenn es ihm sooo ein bedürfnis ist den islam als gefährliches instrument anzusehen und bekriegen zu müssen, warum tötet er sein eigenes volk ???

felsinderbrandung88 melden

Re: Nazis? zombie69: :D stimmt

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