Zahlreiche Musiker sind in den vergangenen Jahrzehnten in jungem Alter gestorben. Mit der britischen Sängerin Amy Winehouse hat der "Klub 27" ein weiteres prominentes Mitglied gekommen. Wie Winehouse starben nämlich auch Roling-Stones-Gitarrist Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison und Kurt Cobain unter mehr oder weniger mysteriösen Umständen im 27. Lebensjahr. Auch die Todesfälle von Elvis Presley, Freddie Mercury, John Lennon, Falco und Michael Jackson rüttelten die Musikwelt auf. Im Folgenden ein chronologischer Abriss von Todesfällen junger Musiker, zunächst die Mitglieder des "Klub 27":
Brian Jones (28. Februar 1942 - 3. Juli 1969): Der Gitarrist war neben Mick Jagger zeitweise die populärste Figur der "Rolling Stones". Wegen seines regelmäßigen Drogenkonsums wurde er zweimal verhaftet. Eine neunmonatige Haftstrafe wandelten die Richter in eine Geldbuße um, weil ein Psychiater ihn als selbstmordgefährdet einstufte. Nur vier Wochen, nachdem er sich von der Band getrennt hatte, wurde er am 4. Juli 1969 tot aus dem Pool seiner Villa in der englischen Stadt Hartford gezogen. Der Asthmakranke war nach einem Drogenexzess ertrunken.
Jimi Hendrix (27. November 1942 - 18. September 1970): Der von vielen als der genialste Gitarrist aller Zeiten gefeierte Hendrix wurde wie so viele mit dem plötzlichen Status des Superstars nicht fertig. Seine Groupie-Orgien im Drogenrausch machten Schlagzeilen. Am 18. September 1970 starb der "schwarze Elvis Presley" ("New York Times") in einem Hotelzimmer in London. Nach Einnahme von Alkohol und Tabletten war er erstickt.
Janis Joplin (19. Jänner 1943 - 4. Oktober 1970): Die Tochter eines vermögenden Ölmanagers lebte nach der Devise: "Berausch dich, sei fröhlich und fühl dich wohl." Zeitweise trank sie bis zu einem Liter Bourbon-Whiskey täglich. Ihr schriller Bluesgesang ließ sie zu einem Leitbild der Hippie-Ära werden. Heroinvergiftet, mit 14 Einstichen im linken Unterarm wurde sie am 4. Oktober 1970 in einem kalifornischen Motelzimmer aufgefunden.
Jim Morrison (8. Dezember 1943 - 3. Juli 1971): Der Sänger und Kopf der legendären Blues- und Rockband "The Doors" inszenierte viele seiner Bühnenauftritte im Drogenwahn. Seine Ausfälle führten im Frühjahr 1971 zur Trennung. Morrison, mitunter als James Dean der 68er-Generation eingestuft, starb am 3. Juli 1971 in einem Hotel in Paris an einem Herzschlag.
Kurt Cobain (20. Februar 1967 - 5. April 1994): Als Ikone der "no Future"-Generation wurde der "Nirvana"-Sänger und -Gitarrist von seinen Fans verehrt. Fast jeden Tag habe er an Selbstmord gedacht, sagte Cobain kurz vor seinem Tod. Vermutlich am 5. April 1994 schoss sich der 27-jährige Musiker, der mit der Rocksängerin Courtney Love verheiratet und für seine Alkohol- und Drogenexzesse berühmt-berüchtigt war, in seinem Haus in Seattle in den Kopf.
Amy Winehouse (13. September 1983 - 23. Juli 2011): Die britische Soulsängerin mit der rauchigen Stimme räumte in ihrer kurzen Karriere zahlreiche Auszeichnungen ab, doch ihr Privatleben war eine Katastrophe. Schon zu ihrem 25. Geburtstag hieß es, es grenze fast schon an ein Wunder, dass sie ihn erlebe. Die Musikerin mit der Bienenkorb-Frisur und dem markanten Lidstrich zeigte nämlich mit Drogen- und Alkoholexzessen eine geradezu zerstörerische Lust am eigenen Untergang. Im Londoner Norden als Tochter jüdischer Eltern geboren, flog sie schon nach kurzer Zeit von der Talentschmiede Sylvia Young Theatre School, weil sie sich die Nase gepierct hatte. Im Jahr 2003 machte sie mit ihrem Debütalbum "Frank" erstmals von sich Reden, der internationale Durchbruch gelang mit dem Album "Back to Black", für das es Preise und Kritikerlob regnete, darunter fünf Grammys. Das Album verkaufte sich millionenfach. Seitdem machte Winehouse kaum mehr positive Schlagzeilen, bei Konzerten wurde die oft angetrunkene Sängerin mitunter ausgebuht.
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Elvis Presley (1935 - 1977): Der "King of Rock 'n' Roll" litt gegen Ende seines Lebens an Übergewicht und einer starken Medikamentenabhängigkeit. Zudem hatte er in seinen letzten Jahren Konzert-Marathons von bis zu 150 Shows pro Jahr absolviert. Am 16. August 1977 wurde Elvis im Alter von 42 Jahren leblos am Boden seines Badezimmers aufgefunden. Bald nach seinem Tod kamen erste Gerüchte auf, dass Elvis noch am Leben sei. Der Mythos war begründet.
Keith Moon (1947 - 1978): "The Who" schätzten ihren Drummer nicht nur wegen seiner Showbegabung und Virtuosität. Der Brite zertrümmerte oft mit seinen Kollegen als Konzert-Höhepunkt die Instrumente. Keith Moon starb am 7. September 1978 im Alter von 31 Jahren an einer Überdosis des Medikaments Heminevrin, das ihm zur Dämpfung seiner Alkoholsucht verschrieben worden war.
Sid Vicious (1957 - 1979): Als Bassist der britischen Punk-Formation "Sex Pistoles" trug Vicious erheblich zum Schockimage der Band bei, die weniger durch musikalische Brillanz als durch schiere Provokation die "No-Future-Generation" begeisterte. Nach einer wüsten Orgie starb 1978 das Groupie Nancy Spungen in Vicious' Hotelzimmer in New York unter ungeklärten Umständen. Er wurde auf Kaution vorübergehend freigelassen. Eine Überdosis Heroin tötete ihn am 2. Februar 1979.
Bon Scott (1946 - 1980): Der ehemalige Sänger der australischen Band AC/DC starb am 19. Februar 1980 nach einer durchzechten Nacht auf dem Rücksitz des Autos eines Freundes.
John Bonham (1948 - 1980): Der Schlagzeuger der britischen Rockband Led Zeppelin erstickte am 25. September 1980 im Haus von Jimmy Page, wo die Proben für die nächste Tournee stattfinden hätten sollen. Die Band löste sich daraufhin auf.
John Lennon (1940 - 1980) starb am 8. Dezember 1980. Der legendäre Beatle war von dem geistig verwirrten Attentäter Mark David Chapman in New York vor dem Dakota Building, in dem Lennon mit seiner Frau Yoko Ono ein Appartement bewohnte, erschossen.
Freddie Mercury (1946 - 1991): Nur einen Tag vor seinem Tod am 24. November 1991 machte Freddie Mercury, der als exzentrischer Sänger von Queen zu den bedeutendsten Musikern der 70er- und 80er-Jahr zählte, seine Aids-Erkrankung öffentlich. Mercury war die maskulinste "Diva" im Rockbusiness gewesen. Kein Lederkostüm konnte ihm zu ausgefallen und erotisch provokant, kein Auftritt zu bombastisch inszeniert sein, aus seiner Bisexualität machte er nie ein Hehl. Mercury starb an den Folgen einer Lungenentzündung.
Michael Hutchence (1960 - 1997): Nackt und mit einem Gürtel erhängt wurde der australische INXS-Sänger Michael Hutchence 1997 in einem Hotelzimmer in Sydney - kurz nach Veröffentlichung eines neuen Albums - gefunden. Während die Behörden den Fall als Selbstmord zu den Akten legten, bestritt seine Lebensgefährtin Paula Yates dies stets: Hutchence sei ein großer Anhänger sado-masochistischer Praktiken gewesen und bei einem fehlgeschlagenen Sex-Spiel gestorben. Mehrfach habe er darüber gesprochen, sich teilweise zu erdrosseln, um damit noch größere Lust bei der Selbstbefriedigung zu haben.
Falco (Hans Hölzel, 1957 - 1998): Falco war der einzige österreichische Musiker, der in den USA auf Platz 1 der Charts landen konnte. "Rock Me Amadeus" machte den am 19. Februar in Wien geborenen Hans Hölzel zu einem weltweit gefeierten Star, der zu Lebzeiten 60 Millionen Tonträger verkaufte. Sein Ruhm nahm in Folge kontinuierlich ab. Bei der Ausfahrt vom Parkplatz einer Disco in der Dominikanischen Republik rammte ein Bus seinen Geländewagen. Bei der Obduktion wurden ein Blutalkoholwert von 1,5 Promille und große Mengen an Kokain sowie Marihuana nachgewiesen. Wenig später erschien posthum das Album "Out of the Dark (Into the Light)" und wurde zu einem großen Erfolg. 2008 kam die Filmbiografie "Falco - Verdammt, wir leben noch!" des Regisseurs Thomas Roth mit Manuel Rubey in die heimischen Kinos.
Michael Jackson (1958 - 2009): Der "King of Pop" stirbt nach einem Herzinfarkt in einem Krankenhaus in Los Angeles. Mitte Mai war der mit Spannung erwartete Auftakt von Jacksons geplanter Comeback-Tour in London vom 8. Juli auf den 13. Juli verschoben worden. Drei weitere der insgesamt 50 geplanten Shows sollten erst im März 2010 nachgeholt werden. Die Terminverschiebung habe organisatorische Gründe, hieß es damals. Tragisch stimmt ein Zitat des Sängers vom März, als er die Comeback-Konzerte mit dem Titel "This Is It" ankündigte: "Das werden meine letzten Shows sein. Das wird es sein. Wenn ich sage, das ist es, dann meine ich wirklich, das ist es."
Kommentare
Selbstzerstörungstrieb Alle haben sich selbst zerstört.
Mit Drogen und Alkohol wollten sie ihrer Einsamkeit, ihrer
Verletztheit, ihrer Sucht, ihrem sinnlosen Leben entfliehen.
Arme Menschen!
