Amoklauf in US-Schule von

20 Kinder tot

Fassungslosigkeit in Kleinstadt Newtown: 20-Jähriger lief in US-Grundschule Amok

  • Trauer nach dem Amoklauf in der Sandy Hook Grundschule in Newtown
    Bild 1 von 21 © Bild: APA/EPA/Andrew Gombert

    Trauer nach Amoklauf

    Nach dem Amoklauf in der Sandy Hook Grundschule in Newtown herrscht tiefe Trauer in der Bevölkerung.

Entsetzen und Fassungslosigkeit in den USA: Ein Amokläufer tötet in einer Grundschule 20 Kinder und sechs Erwachsene. US-Medien sprechen von einem der schlimmsten Massaker in der Geschichte des Landes. Auch der mutmaßliche Täter kam nach Angaben der Polizei ums Leben. Präsident Barack Obama musste bei einer Rede im US-Fernsehen mit den Tränen kämpfen. Bereits Stunden nach dem Blutbad flammt der Streit über die laxen Waffengesetze in den USA neu auf. Waffen-Kritiker hielten eine Mahnwache vor dem Weißen Haus. Das Motiv der Tat lag zunächst im Dunklen.

Das Verbrechen ereignete sich in der idyllischen Kleinstadt Newtown nördlich von New York im Bundesstaat Connecticut kurz nach Schulbeginn am Freitag (Ortszeit). Nach Angaben des TV-Senders CNN identifizierten die Behörden den mutmaßlichen Täter als den 20-jährigen Adam L. Nähere Angaben über ihn lagen zunächst nicht vor. Er sei ganz in schwarz gekleidet in die Sandy Hook Elementary School eingedrungen und habe das Feuer eröffnet. Grundschüler sind in den USA zwischen fünf und zehn Jahren alt. Im ganzen Land wurden die Flaggen auf halbmast gesetzt.

Amokläufer gab bis zu 100 Schüsse ab

Unbestätigten Berichten zufolge gab der Eindringling bis zu 100 Schüsse ab. Lehrer versuchten in Panik, ihre Schüler in Sicherheit zu bringen. Einige versteckten sich nach Angaben von Augenzeugen in einer Toilette, andere in einem Schrank. Die Polizei stellte drei Waffen sicher: Ein halbautomatisches Sturmgewehr und zwei Pistolen.

Den ermittelnden Beamten habe sich in der Grundschule ein "Bild des Grauens" geboten. "So etwas haben wir niemals zuvor gesehen", sagte Paul Vance von der Staatspolizei Connecticut vor Journalisten in Newtown.

Laut CNN ist auch die Mutter des mutmaßlichen Amokläufers, Nancy L., unter den Opfern. Sie habe als Lehrerin an der Schule gearbeitet. Ihre Leiche sei in ihrer Wohnung in Newtown gefunden worden. Unklar sei aber, wann sie getötet wurde. Der ältere Bruder des mutmaßlichen Täters, Ryan L., wurde den Berichten zufolge von der Polizei verhört.

Obama kämpft bei Rede mit Tränen

Amerika ist nach der Gräueltat unter Schock, Politiker suchten verzweifelt nach Worten. "Unsere Herzen sind gebrochen", sagte Obama. "Heute Abend werde ich tun, was alle Eltern tun werden: Ich werde meine Kinder noch fester umarmen." Derartige Tragödien passierten zu häufig in den USA. Obama deutete die Notwendigkeit an, gegen die lockeren Waffengesetzte vorzugehen.

Der Gouverneur des Bundesstaates Connecticut, Dan Malloy, sagte: "Das Böse hat unsere Gemeinde besucht. Es ist eine schreckliche Zeit", sagte er und fügte tröstend hinzu: "Wir werden damit fertig werden."

Augenzeugen sprachen von chaotischen Szenen in der Schule. "Es machte Bang, Bang, ich habe Schreie gehört", schilderte ein Junge die Szene. Dann seien Polizisten und Lehrer in sein Klassenzimmer gestürmt und hätten die Schüler aus dem Raum gedrängt.

Der Amokläufer habe mindestens 100 Schüsse abgegeben, sagte eine Schülerin einem Lokalsender. Ein Kind berichtete, die Lehrer hätten sie mit der Begründung aus der Schule geführt, dass es dort "ein wildes Tier" gebe.

Auch Schuldirektorin und Schulpsychologe unter Opfern

Nach Angaben der Polizei waren 18 der Kinder auf der Stelle tot, zwei weitere starben später im Krankenhaus. CNN zufolge befinden sich auch die Schuldirektorin und ein Schulpsychologe unter den Opfern. Sie hätten während einer Konferenz die Schüsse gehört und seien zusammen mit dem stellvertretenden Schulleiter aus dem Raum gegangen, um nachzusehen. Nur der Vizedirektor sei verletzt zurückgekehrt.

Die endgültige Identifizierung der 26 Opfer wird frühestens im Laufe des Samstag abgeschlossen werden. Es handle sich um eine "gewaltige Untersuchung", sagte Polizei-Lieutenant Vance. Es geben derzeit nur eine vorläufige Liste mit den Namen der getöteten 20 Kinder und 6 Erwachsenen. Die Familien seien entsprechend informiert worden.

Der Todesschütze verübte offenbar Selbstmord: Nach Angaben der Behörden gaben die Polizisten bei ihrem Einsatz keinen Schuss ab.

Kommentare

wintersun melden

Ich stelle hiermit mal einen Vorschlag zur Diskussion: Man bildet an potenziellen Zielen (Schulen, Kinos, Kindergärten, Unis etc.) Leute im dem Umgang mit einer Waffe aus und bewaffnet diese. Wie weit kommt dann so ein Amokläufer wenn jeder Lehrer eine Waffe trägt?
Leute welche gleich wieder oberlehrerhaft eine sog. Mahnwache abhalten müssen sind in meinen Augen naiv bis sogar gefährlich.

wintersun melden

Man sollte niemals den Fehler begehen der Regierung der USA das Waffenmonopol auszuhändigen. Die USA ist ein totaler Polizeistaat und diese Leute hätten keinerlei Skrupel in der unbewaffneten Bevölkerung großen Schaden anzurichten wenn es nur in deren Augen "nötig" ist. Man weiß ja dass Kollateralschäden dort gerne in Kauf genommen werden und man das Wort Ethik längst nicht mehr kennt.

wintersun melden

Ich will damit nicht sagen dass es gut ist dass jeder Depp sich eine Schusswaffe besorgen kann, aber nach Entwaffnung zu schreien halte ich für den falschen Weg, auch wenn dies manch Fingerzeigern nicht gefallen wird.

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