Sowohl ein texanischer Abgeordneter der Republikaner als auch ein evangelikaler Kirchenführer beleidigten die Opfer des Aurora-Massakers. Für den Abgeordneten Louie Gohmert aus Texas sind die Ursachen für den Amoklauf in Aurora klar. Es sind die anhaltenden Attacken auf den judäo-christlichen Glauben, die zu Tragödien wie dieser führen. Da die fundamentalen Werte der Gesellschaft ausgehöhlt würden, käme es zu solchen verrückten Amokläufen. Würde hingegen der Stellenwert Gottes in der Gesellschaft wieder steigen, wären solche Tragödien unwahrscheinlicher.
Klar ist für Gohmert auch, dass es am besten gewesen wäre, wenn noch jemand im Kino Waffen dabei gehabt hätte. Klar, dass da eine Verschärfung des Waffengesetzes kein Thema ist.
Einen Schritt weiter ging der Evangelikale Kirchenführer Jerry Newcombe, der den Opfern des Amoklaufs ausrichtet, dass nur die (evangelikalen) Christen unter ihnen in den Himmel kämen.
Diejenigen, die sich von Gott abgewandt hätten, würden hingegen wohl in der Hölle schmoren müssen. Auch nutzte er die Tragödie um für Religiosität zu werben. Denn solche Tragödien zeigen seiner Meinung nach, dass man keine Zeit verlieren sollte, Christ zu werden und die eigenen Sünden zu bereuen. Auch für ihn ist klar: Die Ursache für den Irrsinn von Aurora ist die Abwendung der Gesellschaft von Gott.
Immer wieder zynische Beleidigungen
Leider ist dieser Kommentar kein Einzelfall. Schon nach den Zerstörungen die Hurrikan Katrina in New Orleans anrichtete, sind evangelikale Kirchenführer negativ aufgefallen. Der Reverend Bill Shankes, selbst aus New Orleans stellte damals klar, dass Gott die Stadt aus gutem Grund zerstört hätte. Sie sei nun frei von Abtreibungen und frei von Unzüchtigen.
Am bekanntesten in dieser Hinsicht ist wohl die Westboro Baptist Church, die unter anderem damit auffiel, dass sie die Trauernden beim Begräbnis von Matthew Shepard beleidigten. Sie stellten klar, dass der junge Mann aus Wyoming, der wegen seiner Homosexualität von zwei Männern erschlagen wurde, nun für alle Zeiten in der Hölle schmoren müsse. Die Kirche rund um Prediger Fred Phelps tauchte auch bei Begräbnissen von US-Soldaten, die im Irak-Krieg starben, auf.
Beim Begräbnis des Soldaten Cherrie French hatten sie beispielsweise Schilder auf denen Gott hasst Homosexuelle stand, dabei. Der Vater des Toten klagte gegen diese Aktion, allerdings sind derartige Aktionen in den USA durch die großzügige Auslegung der Meinungsfreiheit gedeckt.
Kommentare
Satire und Realität schwer zu unterscheiden in den USA 2001 sties ich auf http://landoverbaptist.org
In anbetracht einer Bevölkerung, die gerade George W. Bush zum Präsident gewählt hat, brauchte ich mehrere Monate um heraus zu finden, daß diese Webseite Satire ist.
In anbetracht solcher Meldungen zeigt sich wieder wie schwer es in den USA ist Satire unr Realität zu unterscheiden