Alonso rechnet nicht mit McLaren im WM-Rennen: Spanier hat Honda auf der Rechnung

Auch Ferrari für den Weltmeister bei den Favoriten "Schumacher wird wieder an Spitze zurückkehren"

Ausgerechnet seinem künftigen Arbeitgeber und schärfsten Vorjahres-Widersacher McLaren-Mercedes traut Weltmeister Fernando Alonso im Titelrennen keine große Rolle zu. "Die stärksten Teams dürften Ferrari, wir und Honda sein", erwartet der Renault-Pilot in der am 12. März in Bahrain beginnenden Formel-1-Saison einen Dreikampf.

Höchsten Stellenwert in der Fahrerhierarchie genießt bei Alonso sein Vorgänger. "Michael Schumacher wird sicher wieder an die Spitze zurückkehren", betonte der Asturier. Alonsos überraschender Wechsel von der "equipe jaune" zu den Silberpfeilen 2007 war pikanterweise bei der Renault-Präsentation in Monte Carlo eines der Top-Themen. Den Spanier indes nervte das hartnäckige Hinterfragen seiner Beweggründe. "Ich will jetzt nicht mehr darüber reden", blockte er nach wenigen Minuten die für ihn lästige Debatte ab.

Flavio Briatore beteuerte, mit dem Wechsel keine Probleme zu haben. "Aber der Zeitpunkt der Bekanntgabe war nicht in Ordnung", monierte der Alonso-Manager, der zugleich Renault-Teamchef ist. Zuvor hatte Alonso seinen Schritt verteidigt: "Ich war fünf Jahre bei Renault und will jetzt ein neues Kapitel aufschlagen und auch mit einem anderen Team gewinnen." Sein Vertrag laufe Ende 2006 aus und damit sei er frei für neue Herausforderungen.

Sein Wechsel zu McLaren-Mercedes habe trotz der frühen Bekanntgabe auch keinerlei negative Auswirkungen. "Alle im Team bis hin zu den Küchenmitarbeitern sind voll motiviert und wollen beide Titel erfolgreich verteidigen", versicherte der mit 24 Jahren jüngste Champion der Grand-Prix-Geschichte. "Ich bin ein absoluter Kämpfertyp und gebe immer 100 Prozent. Bis zum Montag nach dem letzten Saisonrennen habe ich nur Renault im Kopf. Ich will die Startnummer 1 auf der Nase des R26 mit Erfolg verteidigen."

Zweiter WM-Titel als Abschiedsgeschenk?
Der Spanier will den Franzosen als Weltmeister "adios" sagen: "Der erneute Titelgewinn wäre das schönste Abschiedsgeschenk." Nach den bisherigen Testvorstellungen der WM-Kandidaten muss man ihn auf jeden Fall zu den aussichtsreichsten Anwärtern zählen. Der R26, von Alonso liebevoll "mein neues Spielzeug" genannt, absolvierte seit seinem Testdebüt am 10. Jänner bereits 2.731 Kilometer und offenbarte dabei ein großes Potenzial. Nicht von ungefähr bezeichnete Schumacher seinen Nachfolger als "einen der Topfavoriten".

Umgekehrt steht Schumacher beim Spanier ganz oben auf der Liste - zumindest beim Saisonstart: "Ferrari hat sein Potenzial gezeigt. In Bahrain erwarte ich Michaels Namen auf dem Zeitenmonitor ganz oben." Die ernüchternden Testvorstellungen von McLaren-Mercedes lassen hingegen darauf schließen, dass Vize-Weltmeister Kimi Räikkönen aus Finnland ein ähnlich schwacher Auftakt wie 2005 droht. Ganz unrecht wäre das dem künftigen Silberpfeil-Star nicht. "Ich hoffe, dass die dieses Jahr nicht so gut sind, damit ich nicht mit ihnen kämpfen muss", sagte Alonso. (apa)