Afrika-Cup wird zur Nervenprobe: Nigeria &
Elfenbeinküste nach Elferkrimis in Halbfinale

24 (!) Penalties bei Kamerun gegen Elfenbeinküste KLICKEN: Alle Gruppen, Ergebnisse und Termine!

Am Tag der Elfmeter-Krimis war Samuel Eto'o der tragische Held. Ausgerechnet der Top-Torjäger des FC Barcelona versagte als einziger beim Nervenspiel vom ominösen Punkt und sorgte mit seinem Fehlversuch beim 11:12 im Strafstoß-Marathon gegen die Elfenbeinküste für Kameruns K.o. beim Fußball-Afrika-Cup. Seine Kameraden nahmen ihn nach dem Drama in den Arm, aber Eto'o war untröstlich und verschwand wortlos in den Stadion-Katakomben.

Denn statt des favorisierten Rekord-Turniersiegers spielt nun WM-Teilnehmer Elfenbeinküste im Halbfinale gegen Nigeria, das ebenfalls vom Elfmeterpunkt 6:5 siegte und Titelverteidiger Tunesien ausschaltete. Gastgeber Ägypten, dank des Heimvorteils nun Favorit auf das kontinentale Championat, und Senegal bestreiten am Dienstag die zweite Vorschlussrunden-Begegnung.

Als alle 20 Feldspieler und auch beide Torhüter ihre Strafstöße verwandelt hatten, schritt Eto'o erneut zur Tat. Der Goalgetter, der den ersten Elfer noch locker getroffen hatte, stoppte im Anlauf kurz ab, geriet dadurch in Rückenlage und schoss den Ball weit über das Gehäuse. Didier Drogba machte es anschließend besser: Der Chelsea-Star blieb cool und schoss zum Sieg ein.

"Seit wir gegen Kamerun in der WM-Qualifikation zwei Mal verloren haben, heißt es, dass das falsche Team zur WM nach Deutschland fährt. Ich hoffe, dass dieses Gerede nun aufhört und niemand mehr behauptet, wir hätten die WM-Teilnahme nicht verdient", sagte Henri Michel, der französische Erfolgscoach der Elfenbeinküste. Und ergänzte: "Das ist für mich als Trainer der schönste Sieg seit dem Halbfinal-Einzug mit Frankreich bei der WM 1986." Sein portugiesischer Kollege Artur Jorge war dagegen nach dem unglücklichen Aus der "Unbezähmbaren Löwen" total frustriert. "Wir haben hart gearbeitet und unsere Sache hier auch gut gemacht. Jetzt sind wir alle sehr enttäuscht."

Als wahrer "Shootout"-Spezialist hatte sich zuvor in Port Said Vincent Enyeama erwiesen. Nigerias Torwart wehrte in der regulären Spielzeit einen Strafstoß des Tunesiers Jose Clayton ab und rettete sein Team in die torlose Verlängerung. Im fälligen Elfmeterschießen war Enyeama dann endgültig der gefeierte Held: Einmal traf der Keeper selbst, drei Schüsse des Gegners wehrte er reaktionsschnell ab. "Von so einem Tag kann man nur träumen. Jetzt wollen wir dieses Turnier gewinnen", meinte der Matchwinner.

(apa)