Abfahrts-Training in Kitzbühel erneut abgesagt: Rennen sollen aber stattfinden

Volle Konzentration auf den Super G und die Abfahrt FIS-Direktor Hujara: "Positive Wetterprognosen"

So wie am Mittwoch wurde auch am Donnerstag das Training für den Abfahrts-Klassiker auf der Kitzbüheler Streif abgesagt. In Kitz herrscht jedoch trotz 50 bis 70 Zentimeter Neuschnee in den vergangenen beiden Tagen großer Optimismus, dass die Speed-Rennen am Freitag (11:30/Super G) und Samstag (11:30/Abfahrt) programmgemäß über die Bühne gehen können. "Wir haben positive Wetterprognosen, die Chancen für Super G und Abfahrt stehen gut", berichtete FIS-Renndirektor Günther Hujara.

Kitz präsentierte sich am Donnerstagmorgen bei strahlendem Sonnenschein von seiner allerschönsten Seite, der Schneefall hatte in den Nachtstunden aufgehört. Warum dennoch kein Training stattfinden konnte, erklärte Hujara so: "Wir haben unglaubliche Schneemassen in der Piste. Um am Freitag und Samstag annähernd ähnliche Bedingungen wie beim perfekten Dienstag-Training zu gewährleisten, brauchen wir jede Minute und jeden Mann."

Außerdem müsse am Freitag nach dem Super G die Streif für die Hahnenkamm-Abfahrt am Samstag noch einmal perfekt präpariert werden. Deshalb fällten die FIS, die Rennjury und die Trainer in den Morgenstunden die Entscheidung: "Training cancelled". Auch auf dem Ganslernhang, wo am Sonntag der Slalom stattfindet, wurde am Donnerstag intensiv gearbeitet.

Für die Fahrer bedeutete dies den zweiten Ruhetag in Folge. Da am Dienstag das erste und bis dato einzige Training stattfinden konnte, darf die Abfahrt am Samstag laut FIS-Reglement gestartet werden. Der Dienstag-Probelauf, bei dem Fritz Strobl ganz klar der Schnellste war (1,55 Sekunden vor Michael Walchhofer), wird jedoch nicht zur Startnummernvergabe herangezogen, die Nummern werden gemäß gestürzter Weltrangliste vergeben.

Pistenchef Peter Obernauer sprach von rund 30.000 Kubikmeter Neuschnee, die seit der Nacht von Dienstag auf Mittwoch aus der Streif geschaufelt werden mussten. Neben 350 Helfern erledigten dies acht Pistengeräte. "Ich befürworte diese Entscheidung der FIS und der Jury vollauf. Wir konzentrieren uns voll auf die perfekte Präparierung für den Super G und die Abfahrt", so Obernauer.

Die Wetterprognosen für die ersten beiden Kitz-Renntage: Am Freitag sollen nach einem fast wolkenlosen Vormittag am Nachmittag hohe Wolken aufziehen, eine Kaltfront in der Nacht auf Samstag könnte zwei bis fünf Zentimeter Neuschnee bringen. Am Samstag soll es meist unergiebige Schneeschauer (maximal zwei bis vier Zentimeter) geben. Für die Nacht von Samstag auf Sonntag sind dann stärkere Schneefälle prognostiziert.

Trainer stehen hinter Absage
Die Trainer standen voll hinter der Entscheidung, auch das Qualifikationstraining für die Abfahrt abzusagen. "Super. Damit ist garantiert, dass wir Freitag und Samstag perfekte Rennen haben werden", sagte etwa ÖSV-Herrenchef Toni Giger. Dem Salzburger war das natürlich auch aus einem anderen Grund nicht unrecht. Seine Routiniers im Abfahrtsteam haben damit womöglich doch kleine Vorteile.

So etwa Fritz Strobl, der auf der Streif schon 1997 (mit Streckenrekord) und 2000 gewonnen hat. Der Kärntner hielt sich am Donnerstag mit Riesentorlauf-Training in Hinterreith, wohin die ÖSV-Stars mit dem Helikopter geflogen wurden, in Schwung. "Angesichts der Schneemassen war kein Speed-Training möglich. Das ist die beste Alternative, weil man auf dem Harten trainieren kann", erklärte Abfahrtscoach Walter Hubmann.

Giger und Hubmann hatten Donnerstag früh beim Einfahren die tief verschneite Abfahrtspiste inspiziert. "Auf den Schlüsselstellen war der harte Untergrund schon wieder sichtbar, aber es ist noch eine Menge Arbeit zu erledigen," berichtete Giger.

Wie sehr nach dem Ausfall des Startnummern-Qualifikationstrainings nun am Samstag die höheren Nummern benachteiligt sein könnten, wollte Abfahrtschef Hubmann noch nicht beurteilen. "Es mussten wegen der Schneefälle doch eine Menge Menschen und Maschinen auf die Piste. Die Grundpräparierung ist zwar ausgezeichnet, man muss aber erst mal abwarten, ob durch die Arbeiten die Streif in Mitleidenschaft gezogen wird. Das wissen wir erst nach der Besichtigung."

1. 1. Training
1. Fritz Strobl AUT 1:56,35 Min.
2. Michael Walchhofer AUT +1,55 Sek.
3. Pierre-Emmanuel Dalcin FRA 1,78
4. Daron Rahlves USA 1,98
5. Ambrosi Hoffmann SUI 2,14
6. Hermann Maier AUT 2,18
7. Kjetil-Andre Aamodt NOR 2,19
8. Didier Cuche SUI 2,25
9. Klaus Kröll AUT 2,41
10. Didier Defago SUI 2,51
11. Christoph Gruber AUT 2,55
12. Marco Büchel LIE 2,57
13. Bruno Kernen SUI 2,78
14. Hannes Reichelt AUT 2,83
15. Kristian Ghedina ITA 2,91
16. Andreas Schifferer AUT 3,00
weiter:
20. Benjamin Raich AUT 3,24
23. Andreas Buder AUT 3,76
28. Bode Miller USA 4,22
34. Josef Strobl SLO 4,80

Programm der 66. Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel:

Freitag:
11:30 Uhr - Super G
14:00 Uhr - EAV Live Show
18:30 Uhr - Siegerehrung Super G
18:45 Uhr - Startnummernübergabe Abfahrt

Samstag:
11:30 Uhr - Abfahrt
14:00 Uhr - Kitz Charity Trophy
16:30 Uhr - Die fantastischen 4 - Live Show
18:30 Uhr - Siegerehrung Abfahrt
18:45 Uhr - Startnummernübergabe Slalom

Sonntag:
10:30 Uhr - 1. Durchgang Slalom
12:00 Uhr - VIA Live Show
13:15 Uhr - 2. Durchgang Slalom
Anschließend Siegerehrung Slalom und Kombination

(apa/red)