Abfahrts-Ass Daron Rahlves nach Wengen-Sieg: "Bin in der Form meines Lebens!"

Dennoch denkt der US-Amerikaner an Rücktritt PLUS: Heißer Kampf um viertes ÖSV-Abfahrts-Ticket

Daron Rahlves hat sein großes Ziel - Olympia-Gold in der Abfahrt am 12. Februar in Sestriere - weiter fest im Visier. "Ich bin in der Form meines Lebens", betonte der 32-Jährige aus Kalifornien nach seinem Wengen-Triumph am Samstag. Dennoch bestätigte Rahlves neuerlich, dass der laufende Winter sein letzter im Weltcup sein könnte: "Ich will es wie Eberharter machen: Zurücktreten, wenn ich an der Spitze bin. Ich werde nach der Saison definitiv ans Aufhören denken, aber die Entscheidung ist noch offen."

Neben Kitzbühel, wo Rahlves 2003 den Hahnenkamm-Klassiker gewann, hat der Amerikaner nun auch das Lauberhorn, die längste Abfahrt des Weltcups, erobert. "Wengen ist eines der größten Rennen", weiß der Abfahrts-Vize-Weltmeister 2005, der in dieser Saison zuvor bereits in Beaver Creek und Bormio triumphiert hatte. Zu den bevorstehenden Kitz-Rennen meinte Rahlves: "Jede Woche ist anders, es wird schwer."

Michael Walchhofer wurde in der Schweiz Abfahrts-Zweiter und hat damit die Wiederholung seines Sieges 2005 verpasst. "Aber ich bin nicht enttäuscht, denn ich habe heuer 30 Punkte mehr aus Wengen mitgenommen als im Vorjahr." Fritz Strobl als Dritter und Hermann Maier als Vierter machten die gelungene ÖSV-Generalprobe für das Heim-Spektakel auf der Streif perfekt.

Kampf um viertes Ticket
Auch wenn mit Kitzbühel (21. Jänner), Garmisch (28.1.) und Chamonix (4. Februar) vor Olympia noch drei Abfahrten auf dem Programm stehen, sind in der Königsdisziplin drei der vier ÖSV-Tickets wohl vergeben. Hinter dem Trio Strobl, Walchhofer und Maier könnte es jedoch nach der Verletzung von Hans Grugger richtig eng werden. Gemäß Weltcupwertung müsste derzeit Klaus Kröll (124 Punkte) zum Zug kommen, doch Christoph Gruber (75) und Andreas Schifferer (60) dürfen noch hoffen.

Zudem hat Kröll (in Wengen nur 19.) seit Samstag mit starken Kreuzschmerzen zu kämpfen, die dem Steirer extrem zu schaffen machen. "Die muss ich so schnell wie möglich loswerden, denn so macht Kitz keinen Sinn. Um den vierten Olympia-Platz wird es sehr eng, und vielleicht gibt es ja bei Grugger ein Heilungswunder", meinte Kröll.

Grugger hatte sich Ende Dezember bei seinem schweren Sturz in Bormio eine Hüftluxation zugezogen. ÖSV-Herren-Cheftrainer Toni Giger rechnet derzeit nicht damit, dass der Salzburger an den Olympischen Winterspielen teilnehmen wird können. Auch Grugger selbst bezeichnet die Chance auf einen Start in Sestriere als "gering bis gar nicht vorhanden".

(apa)