Abfahrt der Herren in Chamonix abgesagt: Starker Nebel im Mittelteil Spielverderber

Letztes Rennen vor Olympia ersatzlos gestrichen Weltcup für Benjamin Raich nun zum Greifen nahe

Die Kristallkugel im alpinen Abfahrts-Weltcup der Herren wird erst Mitte März beim Ski-Finale in Aare vergeben, Michael Walchhofer genügt zum Gewinn ein fünfter Platz. Und im Gesamtweltcup scheint eine Vorentscheidung zu Gunsten des Pitztalers Benjamin Raich gefallen. Das "ergab" sich nach der Absage der Abfahrt am Samstag in Chamonix. Das österreichische Herren-Alpinteam reiste per Lear-Jet nach Wien, wo am Sonntag die Olympia-Einkleidung und am Montag die Vereidigung auf dem Programm stehen.

Eine definitive Entscheidung, wie viele ÖSV-Herren und -Damen (Gesamtkontingent 22) nach Turin mitreisen, fällt erst am Sonntag nach dem Damen-Slalom. "Ich hoffe, dass ich 13 mitnehmen kann, ich gehe davon aus", sagte Herren-Cheftrainer Toni Giger, der durchklingen ließ, dass Matthias Lanzinger daheim bleiben wird. Er ist der einzige ÖSV-Läufer, der mit einem Stockerlplatz die Turin-Fahrkarte nicht erhält. Der 25-jährige Salzburger war im Super G von Beaver Creek am 1. Dezember 2005 Dritter geworden.

In Andreas Schifferer bekommt der Super-G-Bronzemedaillengewinner von Salt Lake City kein Ticket. Kombinierer Mario Matt hingegen dürfte bis Olympia fit werden und im Aufgebot stehen.

Die Beginnzeit der Abfahrt am Samstag ist ab 11:00 Uhr wegen dichten Nebels im Mittelteil der Strecke immer wieder verschoben worden, nach zweieinhalb Stunden Zuwartens war dann um 13:30 Uhr aber endgültig Schluss. Eine Verlegung auf Sonntag oder eine Nachtragung waren kein Thema. Es war die erste Absage eines alpinen Herren-Weltcuprennens in diesem Winter.

Walchhofer vor Sieg in Abfahrts-Weltcup
Die Entscheidung über die kleine Kristallkugel im Disziplinen-Weltcup fällt damit in Schweden, nach acht Rennen führt Walchhofer mit 498 Punkten vor seinem Landsmann Fritz Strobl (441), dem US-Amerikaner Daron Rahlves (408) und dem Liechtensteiner Marco Büchel (400). Diese vier Läufer machen sich den Cup untereinander aus.

Eine Vorentscheidung scheint im Gesamt-Weltcup gefallen, Walchhofer jedenfalls gratulierte am Samstag bereits Benjamin Raich: "Den kann ich nicht mehr einholen, und ich weiß nicht, wer das sonst noch schaffen soll", sagte der Salzburger.

Vor dem Finale in Aare, wo in jeder Disziplin noch ein Rennen gefahren wird, stehen nur noch zwei Riesentorläufe in Korea und zwei Slaloms in Japan auf dem Programm, womit Allrounder Raich bevorzugt ist. Und so sieht es aus: Raich führt mit 1.065 Punkten vor Walchhofer (820), dem US-Amerikaner Bode Miller (748), Hermann Maier (735) und Daron Rahlves (USA/727).

(apa/red)