Legende, Pleitier und Ex-Knacki:
Mike Tyson wird 50

Seine rasante Achterbahnfahrt mit Triumphen, Abstürzen und Tragödien in Bildern

Mit roher Gewalt stürmte er auf den Boxthron, mit ebensolcher Wucht zerstörte er sein Werk. 1986 wurde Mike Tyson jüngster Schwergewichts-Weltmeister. Es folgten drei Jahrzehnte, geprägt von einer rasanten Achterfahrt mit Triumphen, Abstürzen und Tragödien. 2003 meldete der K.o.-König Privatinsolvenz an, kämpfte sich wieder ins Leben zurück. Den 50. Geburtstag begeht er am Donnerstag in Wohlstand.

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    Mike Tyson ist 50

    Mike Tyson mit martialischer Geste in Richtung seines Gegners 1988

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    1988 mit Muhammad Ali und seinem Promoter Don King.

"Ja, ich bin wieder Millionär, aber ich bezahle immer noch meine Schulden", berichtete Tyson im Dezember 2015 in einem TV-Interview bei CNBC. 23 Millionen Dollar (20,91 Mio. Euro) betrugen die Verbindlichkeiten des zweifachen Champions. Aus dem Dreck gezogen wurde Tyson von seiner dritten Ehefrau Lakiha Spicer.

Spicer schrieb auf Basis der Auto-Biografie "Mike Tyson - The Undisputed Truth" (Die unbestreitbare Wahrheit) ein Ein-Mann-Theaterstück. Damit verdient der einst "böseste Mensch auf dem Planeten" (Tyson) gutes Geld. Die Shows im MGM Grand Casino in Las Vegas sind gut gebucht (bis zu 250 Dollar pro Person), und auch auf dem Broadway trat er bereits auf.

Tyson nimmt das Auditorium auf eine beklemmende Reise durch sein Leben. Mit heller, kindlicher Stimme und vulgärer Sprache erzählt er von seiner Kindheit im New Yorker Ghetto Brownsville, seiner alkoholsüchtigen Mutter Norma, seiner Liebe zu Tauben, davon, wie er stahl, in ein Jugendgefängnis und dadurch zum Boxen kam, von seinen Kämpfen, davon, dass Don King ihm einst 8.000 Dollar pro Woche für Handtücher berechnet habe und von seinen Skandalen.

Sportlich war Tyson in der darbenden Schwergewichts-Szene der 1980er Jahre die Sensation. Der legendäre Trainer Cus d'Amato, unter dem Floyd Patterson schon jüngster Schwergewichts-Weltmeister geworden war, formte aus dem Ghetto-Kid eine Kampfmaschine. Mit 25 Knock-outs in seinen ersten 27 erfolgreichen Kämpfen stieg Mike Tyson am 22. November 1986 im Las Vegas Hilton in den Ring. Auch WBC-Champ Trevor Berbick hatte keine Chance.

Nach nur 335 Sekunden war Tyson im Alter von 20 Jahren und 144 Tagen jüngster Champion aller Zeiten. Mit dem 91-Sekunden-Knock-out gegen den hochgehandelten Michael Spinks 1988 erarbeitete sich "Iron Mike" den Nimbus der Unbezwingbarkeit. Den nahm er sich dann selbst - außerhalb des Seilgevierts. Durch den Tod von Trainer D'Amato verlor er die Führung. Seine erste Ehefrau Robin Givens zerrte auf der einen, Don King an der anderen Seite. In diesen Turbulenzen kassierte Tyson gegen 42:1-Außenseiter James "Buster" Douglas 1990 in Tokio seine erste Niederlage.

1992 folgte die Verurteilung zu sechs Jahren Haft wegen Vergewaltigung. Drei Jahre später wurde Tyson, mittlerweile zum Islam konvertiert, vorzeitig entlassen und holte sich zwei WM-Gürtel zurück. Diese verlor er 1996 überraschend an Evander Holyfield und ließ sich im Rematch am 28. Juli 1997 zu einer Entgleisung für die Ewigkeit hinreißen, als er Holyfield ins Ohr biss. "Man hätte mich mit einem Elektroschocker zur Vernunft bringen müssen. Ich wollte Holyfield töten", sagte Tyson, der damals die Box-Lizenz verlor.

Auf den Thron kehrte Tyson nie zurück, landete 1999 erneut im Gefängnis, ging 2002 gegen Lennox Lewis schwer k.o. und hörte nach der Pleite gegen Kevin McBride 2005 endlich auf. Nach 50 Siegen, 44 Knock-outs und sechs Niederlagen blieb nichts. "500 Millionen Dollar" habe er verprasst, gestand Tyson. Zum Beispiel für einen Privatzoo mit Tiger oder einen Fuhrpark mit angeblich 62 Autos.

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Der härteste Puncher aller Zeiten.
Noch vor Liston,Foreman und Marciano.

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