500 Jahre Schweizergarde: Messe in der Sixtinischen Kapelle für Armee des Papstes

Benedikt XVI. erteilte seinen Soldaten Sondersegen 110 Mann beschützen heute noch den Papst

Aus Anlass ihres 500-jährigen Bestehens hat Papst Benedikt XVI. am Sonntag die Verdienste der Schweizer Garde gewürdigt. Als kleinste Armee der Welt ist sie für die Sicherheit des kleinsten Staates der Welt zuständig. Sie wurde dem Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche während einer turbulenten Phase des Papsttums von der Schweiz zur Verfügung gestellt. Die Feiern am Sonntag bildeten den Auftakt für ein halbjähriges Jubiläumsprogramm. Auch in Freiburg in der Schweiz ist gefeiert worden. Die Schweizer Regierung bedankte sich bei der Schweizer Garde für die "treue Pflichterfüllung".

"Danke für Ihren Dienst über 500 Jahre hinweg", rief der Papst den in ihren historischen Uniformen auf dem Petersplatz angetretenen Gardisten zu. Tausende von Schaulustige füllten den riesigen Platz und bejubelten die Soldaten. Die Garde zählt 110 Mitglieder und nimmt nur Männer auf, die katholisch sind, ihren Dienst in der Schweizer Armee absolviert haben und eine Körpergröße von mindestens 174 Zentimeter erreichen.

Als Gründungstag der Garde gilt der 22. Januar 1506. An diesem Tag machten sich 150 Schweizer Söldner zu Fuß auf den Weg nach Rom, um sich in den Dienst von Papst Julius II. zu stellen. Bis heute trägt die Garde eine Uniform im Stil der Renaissance, die allerdings nicht wie häufig behauptet auf Entwürfe von Michelangelo zurückgeht. Das prächtige Gewand in den Farben Blau, Gold und Rot wurde von einem ehemaligen Gardisten im Jahr 1914 entworfen.

Die Schweizer Garde ist Teil des Sicherheitssystem des Vatikans und neben ihren traditionellen Waffen mit modernsten Mitteln ausgerüstet. Dass sie auch das Kriegshandwerk versteht, musste sie unter anderem 1527 unter Beweis stellen. Damals fielen 147 Gardisten, als sie den Petersplatz gegen die Eroberer Roms unter dem Befehl von Karl V. verteidigten.

Zu den dunkelsten Stunden in der Geschichte der Garde gehört ein mysteriöser Vorfall im Jahr 1998. Damals erschoss ein junger Gardist den Kommandanten der Truppe, dessen Frau und schließlich sich selbst. Der Vatikan erklärte, der Täter habe in einem Zustand von Geisteskrankheit gehandelt. Spekulationen über Eifersucht als mögliches Motiv wurden nie erhärtet.(apa)