4G Funkstandard von

LTE? Bitte warten!

Warum der Durchbruch in Österreich 2012 noch ausbleiben dürfte

4G Funkstandard - LTE? Bitte warten! © Bild: Corbis

Das mobile Datenaufkommen wird in Zukunft nicht weniger, die Informationsflut immer allgegenwärtiger: Es ist daher eine absehbare Tatsache, dass GSM, UMTS und HSPA irgendwann keine ausreichenden Kapazitäten mehr zur Verfügung stellen. Die Mobilfunker haben mit dem Standard "Long Term Evolution" (LTE bzw. 4G) schon eine Lösung parat, von der man sich eine Ergänzung um Downloadraten von bis zu 100 Mbit/s verspricht. Nicht ganz ohne Probleme, wie man bei genauerer Betrachtung feststellen muss.

Mit Downloadraten, die hinsichtlich Geschwindigkeit besseren kabelgebundenen Breitbandlösungen gleichzusetzen sind, wird LTE schon länger schmackhaft gemacht. Bis zu 100 Mbit/s Down- bzw. 50 Mbit/s Upload können erreicht werden. Realisierbar sein soll nach aktuellem Stand der Technik sogar das Dreifache. Aber nur theoretisch: In der Praxis stehen dem noch ein paar Hürden im Weg.

Am Beginn eines Hürdenlaufs
Selbst wenn man das spärliche Angebot LTE-tauglicher Endgeräte (Smartphones und Tablets lassen immer noch auf sich warten) und die erst allmählich im Gang befindliche Umrüstung bestehender Sendeeinrichtungen ausblendet, bleibt neben hohem Stromverbrauch immer noch die technische Einschränkung des geteilten Funkzellen-Prinzips über. Demnach steht einem Nutzer nur so viel Bandbreite zur Verfügung, wieviel ihm die anderen Nutzer in der gleichen Funkzelle übrig lassen. Bei vielen Usern und/oder hohem Datenaufkommen derselben steht man also erst wieder vor der stotternden Website.

Ein Kurz-Test mit dem USB Modem MF820D von ZTE und einer "3"-Datenkarte verdeutlichte immerhin, dass die Vision vom mobilen Highspeed-Internet in den Wiener Innenbezirken teilweise beeindruckend real geworden ist. An der städtischen Peripherie oder gar im ländlichen Bereich wird man allerdings rasch wieder vom trüben Daten-Alltag oder gar kompletten Funklöchern eingeholt. Erst mit dem genannten schrittweisen Ausbau, der noch lange Zeit in Anspruch nehmen wird, kann realistisch von hohen zweistelligen Mbit-Downloadraten die Rede sein.

Eine Frage des Preises
Wie für Early Adopter üblich wird man derzeit als Kunde noch kräftig zur Kasse gebeten: A1 verlangt derzeit fast schon absurde 90 Euro pro Monat für einen LTE-Zugang via USB-Modem, "3" und T-Mobile immer noch ziemlich teure 50 Euro. Neben zunehmendem Marktanteil wird aber die Flexibilität von LTE den Preis nach unten bzw. in die Breite drücken. Mit LTE lässt sich seitens Provider nämlich auch Bandbreite und Zahl der Services genau regulieren.

Bitte warten
In Europa gilt Deutschland als Vorreiter der LTE-Technologie, die auf dem Land auch Festnetz-Internetanschlüsse ersetzt. Allerdings gibt es trotz der verhältnismäßig hohen Abdeckung kaum mobile Empfänger. Bis Jahresende werden bei unseren Nachbarn nur vier empfangsfähige Smartphones im Handel sein. Und selbst in Österreich, wo die Durchdringung mobiler Internetzugänge im Vergleich zu fixen Breitbandanschlüssen sehr hoch ist, lässt der wirkliche Durchbruch noch auf sich warten: Mobilfunker "3" (Hutchison) etwa plant die nächste Mobilfunkgeneration innerhalb der nächsten drei bis vier Jahre bundesweit auszurollen. Man sollte sich also damit anfreunden, dass in Österreich auch 2012 nicht unbedingt als LTE-Jahr in Erinnerung bleiben wird.

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