23-jähriger Oberösterreicher starb nach Drogencocktail: Obduktion wurde angeordnet

Drogenprobleme in Attnang-Puchheim angestiegen

Ein 23-jähriger Mann aus Attnang Puchheim (Bezirk Vöcklabruck) ist - vermutlich nach dem Konsum größerer Mengen Alkohol und Drogen - gestorben. Der Arbeitslose, der bei der Polizei als Mitglied der "Szene" einschlägig bekannt war, hatte bei Bekannten auf der Couch übernachtet und war von ihnen am nächsten Morgen tot aufgefunden worden. Das war den Berichten oberösterreichischer Medien am Montag zu entnehmen.

Der junge Oberösterreicher war eine Woche zuvor von seiner ebenfalls drogenabhängige Freundin verlassen worden und dürfte versucht haben, seinen Schmerz mit Alkohol und Drogen zu bekämpfen. Die Nacht auf Samstag verbrachte er bei einem befreundeten Ehepaar auf der Couch. Am nächsten Morgen fanden der 42-Jährige und seine 51-jährige Gattin den Burschen tot auf dem Sofa. Laut "Kronen Zeitung" war bereits vor einem halben Jahr ein junger Bursch an einer Überdosis Drogen auf der Couch der beiden gestorben.

Eine Obduktion soll klären, was der 23-Jährige alles intus hatte und ob die Drogen tatsächlich die Todesursache waren oder ob er in seinem Rauschzustand an Erbrochenem erstickt ist.

Die Drogenproblematik im Bezirk gebe es seit vielen Jahren, seit Ende 2004 habe sich die Situation aber verschlimmert, erklärte Sylvia Libiseller von der Suchtberatungsstelle "Ikarus" in Vöcklabruck. Es seien seither auch einige Todesfälle aufgetreten. Die typische Klientel ist zwischen 20 und 25 Jahre alt und "sehr risikobereit". Konsumiert werden neben Opiaten und Cannabis auch Medikamente und Alkohol, oft auch alles zusammen. Die Wechselwirkungen dieser Substanzen sind meist nicht vorhersagbar. Viele "Drogentote" ersticken in Wirklichkeit an Erbrochenem.

"Ikarus" ist eine von vier Beratungsstelle der Hilfsorganisation "Pro mente" in Oberösterreich. Hilfesuchende werden dort beraten und unterstützt. Für "nachgehende Betreuung", die aktiv auf die Betroffenen zugeht und Umfeldmanagement in den Familien der Abhängigen gebe es aber leider zu wenig Personal, sagte Libiseller.

(apa)