20 Jahre Haft für Mord an Tschetschenin: Albaner wurde in Wiener Neustadt verurteilt

48-Jähriger tötete in Bus Frau mit 30 Schwertstichen

Wegen Mordes zu zwanzig Jahren Haft ist am Mittwoch ein 48-jähriger Albaner am Landesgericht Wiener Neustadt verurteilt worden. Der Mann hatte am 6. November 2004 eine 31-jährige Tschetschenin in einem Linienbus in der Vorderbrühl im Bezirk Mödling mit 30 Schwertstichen getötet. Der Angeklagte nahm das Urteil an. Es ist noch nicht rechtskräftig, da der Staatsanwalt vorerst keine Erklärung abgab.

In der ersten Verhandlung im Juni 2005 war der Albaner wegen Totschlags für schuldig befunden und zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft legte daraufhin Nichtigkeitsbeschwerde ein, der Oberster Gerichtshof (OGH) folgte dem Einspruch.

Damals wie heute zeigte sich der Asylant geständig und beteuerte, wie sehr ihm Geschehenes Leid tue. Der vierjährige Sohn des Opfers hatte das Verbrechen - begangen mit einem Samuraischwert - aus nächster Nähe mitansehen müssen. Beim Eintreffen der Exekutive am Tatort war die dreifache Mutter bereits tot. Im Anschluss an die Tat ließ sich der Mann widerstandslos festnehmen. "Ich bereue alles. Es ist aber geschehen," sagte er heute.

Nach Darstellung des Albaners war die - nicht bewiesene - Vergewaltigung seines neunjährigen Sohnes Auslöser. Der allein erziehende Vater gab der 31-Jährigen Mitschuld an den Übergriffen, denen sein Bub in der gemeinsamen Unterkunft, dem Integrationswohnhaus in der Vorderbrühl, immer wieder ausgesetzt war. Auch heute verwies er mehrmals auf die vorangegangenen Konflikte mit den tschetschenischen Familien. Auch seine Versetzung habe er mehrmals beantragt. Der Heimleitung zufolge hätte der Täter zwei Wochen nach der Bluttat in ein Heim nach Linz verlegt werden sollen. (apa)